Die von José Padilha inszenierte Neuauflage orientiert sich nur grob an der bekannten Geschichte, setzt aber andere Schwerpunkte und beginnt mit der Sendung von Moderator Pat Novak,in welcher über den Einsatz des US-Militärs im Ausland berichtet wird. Die USA verteilen mal wieder ihren Frieden in der Welt und werden dabei von roboterhaften Drohnen unterstützt. Dass diese nicht auf heimischem Boden eingesetzt werden dürfen, das will der Konzernchef von OmniCorp ändern. Da kommt ihm Cop Alex Murphy gerade recht, denn dieser wurde bei einem Anschlag zerlegt und wird nun mittels Kybernetik zum Vorzeigemodell der Polizei wieder zusammengebaut.
Der Ansatz dieses quasi-Remakes ist ein anderer, das wird schnell klar. Die Entscheidung hierzu ist erst einmal nachvollziehbar, denn man ist nicht mehr in den 80ern und einen Paul Verhoeven hat man auch nicht mehr am Start. Besieht man sich das Ergebnis, darf man über beides traurig sein.
Vergleiche anstellen ist nicht immer fair, lässt sich aber ob des großen Schattens, den das Original wirft, nur schwerlich vermeiden. Und da macht die Neuauflage keinen Stich. Denn die Umsetzung der neuen Richtung ergibt keinen spannenden, interessant inszenierten oder dramatischen SciFi-Film. Und schon gar keinen, dessen Szenen in Erinnerung bleiben. Naja, vielleicht die Bilder ohne Rüstung. Aber allein schon, was die Einführung der Titelfigur angeht oder das sich-Bewusstwerden – es wird eben abgehandelt. Bis zum ersten richtigen Einsatz dauert es über eine Stunde und hier tritt ein weiterer Minuspunkt ins Rampenlicht. Denn die 2014er Version ist überaus harmlos gestaltet. Keiner erwartet das Splatterfest von anno dazumal, aber das hier ist schon arg familienfreundlich. Es geht gegen andere Roboter, man ballert im Dunkeln herum – der Film ist im doppelten Sinne ziemlich blutleer.
Auch auf seiner dramatischen Ebene. Dieser Alex Murphy kümmert mich einfach nicht. Da hilft auch das verstärkte Einbringen des familiären Aspekts nicht. Was im Original eingesetzt wurde, um der Figur etwas Schliff mitzugeben, wird hier übermäßig und doch emotional nicht packend thematisiert. Das Thema an sich ist aus Sicht des Szenarios sicherlich passend, in einem „RoboCop“ brauche ich das trotzdem nicht. Der satirische Unterbau, garniert mit schwarzem Humor und Zynismus, weicht hier ein paar wenigen Kommentaren zur US-amerikanischen Außenpolitik und dem Thema Marketing. Nett gemeint, aber weder subversiv noch pointiert. Viele vertane Chancen.
Darstellerisch ist das trotz eines Michael Keaton, Gary Oldman oder Samuel L. Jackson wenig denkwürdig, Joel Kinnaman hinterlässt in der Titelrolle Rolle keinen bleibenden Eindruck.
„I wouldn't buy that for a dollar.“
Ein weiteres Remake, das sich nicht notwendig anfühlt. Es fehlt fast alles, was das Original von 1987 so unterhaltsam machte, dafür bekommt man schwach eingewobenes Drama und viel Plastik. Anämisch und auf zwei Stunden aufgeblasen leidet die Neuauflage an ihrem Neudesign – visuell und inhaltlich. Das Skript schafft es nicht, die Modernisierung mit ihren neuen Schwerpunkten ausreichend interessant zu erfassen, die Hauptfigur ist einem recht egal und die Action (so denn vorhanden) hat keinen Bumms. Hätte man sich sparen können.