Der Air-Marshal Bill Marks erhält während eines Flugs nach London über ein gesichertes Netzwerk Text-Nachrichten auf sein Handy, in denen ein Unbekannter droht, innerhalb der nächsten 20 Minuten einen der Passagiere umzubringen, falls ihm nicht sofort 150 Millionen Dollar auf sein Konto überwiesen werden. Der Verdacht fällt da zunächst auf Marks' Kollegen John Hammond, der, wie sich herausstellt, heimlich in seinem Handgepäck Koks schmuggelt, doch als er diesen zur Rede stellt, kommt es zu einem Handgemenge und Bill tötet ihn in Notwehr auf der Bord-Toilette... und damit hat er nun selbst für die angekündigte Leiche gesorgt. Im Anschluss kommt es zu weiteren mysteriösen Todesfällen und beim Versuch, dem Erpresser auf die Schliche zu kommen, macht sich Marks mit seinen Aktionen an Bord der Maschine zunehmend selbst verdächtig, bringt die Passagiere gegen sich auf und steht bald schon als potenzieller Flugzeug-Entführer da... Die Scharte ihres ziemlich belämmerten Amnesie-Thrillerchens "Unknown Identity" können Liam Neeson und Jaume Collet-Serra mit "Non-Stop" zur Gänze auswetzen, der auf furiose Art und Weise Hitchcock'sche Spannungsmache auf engstem Raum mit krachiger Action in Hollywood-Manier verbindet, aber dankenswerterweise mit einem erheblich plausibleren und ausgeklügelteren Drehbuch um die Ecke kommt, dem nicht auf den letzten Metern die Puste ausgeht oder das derart mit einem Übermaß an blöden Klischees ausstaffiert wurde, dass es dabei fast schon zu seiner eigenene Parodie verkommt. Der Hook der Handlung ist dabei ebenso simpel wie genial und hat einen von Anfang an fest am Schlafittchen... und lässt einen dann auch ganz wie beabsichtigt über die volle Laufzeit nicht wieder los, die da angefüllt ist mit viel Rätselrate-Spannung und dem genau richtigen Maß an markigem Gehabe, das Hauptdarsteller Neeson seit seinem Wechsel ins Action-Fach so gut zu Gesicht steht. Ausgestattet mit einem derart brauchbaren Skript setzt Jaume Collet-Serra derweil auch inszenatorisch zu einem (Obacht!) echten Höhenflug (Harr!) an und erreicht dabei sogar wieder die Güte seines exemplarischen Muster-Thrillers "Orphan - Das Waisenkind". Nicht mal die Auflösung zum Schluss (daran hapert es bei solchen Filmen ja gerne mal... man vergleiche etwa mit "Flightplan - Ohne jede Spur") ist da die befürchtete Enttäuschung, sondern sogar halbwegs tauglich und für den Entertainment-willigen Betrachter bei anschließender Rekapitulation der Ereignisse durchaus zu akzeptieren, denn zumindest tun sich da im Nachhinein keine allzu eklatanten Plotholes auf, durch die ein komplettes Flugzeug passen würde. Das größte Kompliment, dass man einem Streifen dieser Bauart machen kann, ist wohl, dass er tatsächlich zum mehrfachen Wiederansehen reizt, obwohl sämtliche Wendungen und Überraschungen der Handlung einem dann schon bekannt sind... und das schlicht und ergreifen nur deshalb, weil es sich hierbei halt ganz einfach um tadelloses Erzählkino handelt, das durch die Bank auch gut gespielt ist. So gibt es hier also echt wenig, was man bekritteln könnte, allenfalls ein paar visuelle Effekte minderer Güte im Finale lassen dann doch durchscheinen, dass "Non-Stop" - obschon sorgfältig produziert - nicht allerhöchstes A-Liga-Niveau hat, sondern eher B-Film-Charakter aufweist, aber das hat ja auch seinen Charme. Rückblickend betrachtet lässt sich die Angelegenheit da sogar glatt als wegweisend bezeichnen, denn sie gibt inhaltlich für Jaume Collet-Serra mehr als nur grob die Richtung für die bislang letzte Zusammenarbeit mit Liam Neeson "The Commuter" vor (man tausche das Flugzeug-Setting gegen 'nen Zug, ansonsten fast dasselbe in grün), die "Non-Stop" allerdings nicht das Wasser reichen kann. Fazit: Dank "Non-Stop"-Spannung und optimaler Ausnutzung des klaustrophobischen Handlungs-Orts für mich neben "96 Hours - Taken" Neesons bester Haudrauf-Streifen als rüstiger Action-Hero, von dem jener auch über zehn Jahre später immer noch zehrt.
8/10