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Stephen Kings Romane werden aufgrund ihres Umfangs gerne fürs Fernsehen verfilmt – so auch „Tommyknockers“.
Langsam stellt uns das TV-Filmchen die Horde der Charaktere vor, die man die nächsten 3 Stunden begleiten wird, und schon bald kristallisiert sich Jim Gardner (Jimmy Smits), ein Dichter mit Alkoholproblemen als potentieller Held aus dem Haufen heraus. Der dem Suff verfallene Held, das kennt man von King zur Genüge, und außerdem ereilen ihn bald prophetische Visionen drohenden Unheils, also kann er auch nur zum Helden werden. Offensichtlicher ging es wohl nicht (*gähn*).
Fehlt nur noch das Unheimliche in der Geschichte und selbiges stellt sich prompt ein, als Jims Freundin Bobbi Anderson (Marg Helgenberger) im Wald hinter ihrem Haus ein seltsam leuchtendes Objekt findet. Sie beginnt das Teil auszubuddeln und bald stehen diverse Bewohner der Stadt unter dem Einfluss des leuchtenden Teils…

Stephen Kings Romane zeichnen sich meist durch subtil aufgebaute Spannung und gut ausgearbeitete Charaktere aus beides Dinge, die der filmischen Version von „Tommyknockers“ weitestgehend abgehen. Die Charaktere sind ziemlich flach und nach Schema F gestrickt. Der untreue Ehemann, das Dorfflittchen, der Säufer usw. – alle Figuren scheinen aus der Mottenkiste des Gruselfilms zu stammen und gewinnen kein Profil. Stattdessen wirken sie nur noch klischeehaft und öden den Zuschauer.
Die Darstellerwahl hilft bei dem Manko dann auch nicht mehr wirklich weiter. Jimmy Smits ist ganz OK und macht seine Sache noch am besten, aber ansonsten sieht die Sache echt düster aus. Marg Helgenbergers beste Rollen waren ja bisher ihre nebensächlichen Auftritte in „Bad Boys – Harte Jungs“ und „Species“, aber außer diesen beiden Filmen und der gelungenen TV-Serie „C.S.I.“ kann man ihre Rollen ja nur als mäßig gespielt bezeichnen und da fügt sich „Tommyknockers“ nahtlos mit ein. Der Rest der Bande spielt entweder amateurhaft oder ohne Elan, aber wenig ansprechend wirken die Darstellerleistungen durch die Bank hinweg.

Die Geschichte von „Tommyknockers“ dümpelt dann auch nur so dahin, dass ein 90minütiger Film hier wohl besser gewesen wäre. Die erste Hälfte wird die Invasion beschrieben, aber dermaßen lahm, dass man auch 10 Minuten abschalten könnte ohne etwas Wichtiges zu verpassen. Zudem ahnt man schon worauf die Geschichte hinauslaufen wird, sobald nur kleine Teile des Objekts freigelegt sind, aber „Tommyknockers“ versucht die Lösung dann noch als dolle Pointe zu präsentieren. Damit das Ergebnis dann noch mehr anödet, wirft „Tommyknockers“ dann noch mit blöde umgesetzten Ideen (z.B. der tödliche Lippenstift) und miesen Special Effects um sich. Und das titelgebende Tommyknocker-Lied wirkt nicht mal ansatzweise so atmosphärisch wie der Kindergesang in „Nightmare on Elm Street“.
Dabei lassen immerhin ein paar spannende Momente im letzten Drittel erahnen, welches Potential der Stoff gehabt hätte. So erzeugen die unvorhergesehene Puppenattacke und ähnliche Momente dann doch noch etwas Spannung aufkommen und fesseln den Zuschauer kurzfristig. Leider ist der Showdown dann wieder konventionell bis zum geht nicht mehr und vorhersehbar hoch drei, sodass die letzten Minuten des Films weniger wie der Höhepunkt, sondern mehr wie eine lästige Pflichtübung wirken.

Unterm Strich ist „Tommyknockers“ eine ziemlich öde Stephen King Verramsche, die trotz einiger spannender Momente weitestgehend langweilt und dann noch unter der mäßigem Umsetzung in den Bereichen Regie, Schauspieler und Charaktere leidet.

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