Im Einstieg ist diese Verfilmung eines Romans von Stephen King nur allzu typisch, zunächst werden diverse Charaktere eingeführt, deren Zusammentreffen als Gruppe später in einer Katastrophensituation kumuliert. Die Figuren sind dabei dermaßen menschlich mit ihren Fehlern hingerotzt, dass einem das Grausen kommen kann, doch das, nämlich das Schreckensmoment, soll ja von einem anderen Phänomen herrühren. Ausgehend von einem Zauberwald, um den sich indianische Mythen ranken, und einem extraterrestrisch leuchtenden Fund darin ist das Konzept ebenso selbstrepetierend, wie diverse Bücher von King sich gegenseitig immer wieder mit Ideen aufwärmen. Hauptprotagonisten sind die Polizisten mit Beziehungswünschen und die Postangestellten, die gleich zwischen den Flyern fremdgehen, der kleine Hilly, von seinem Opa für Zauberei interessiert, und dazwischen der trinkende Dichter Jim Gardner mit seiner Freundin, der Schriftstellerin Bobbi, die nun die unglaubliche Entdeckung im Wald macht und als erste von der Wirkung besessen scheint. Mehr als nötig wird dies in der ersten Hälfte ausgebreitet, denn es ist (zumindest dem Zuschauer) sehr schnell überklar, dass es eine Kraft aus dem All ist, die grün leuchtende Augen verursacht, geniale Erfindungen von der automatischen Sandwichmaschine bis zur Strahlenwaffe im Lippenstiftformat (natürlich von Traci Lords) aus den schlichten Gemütern hervorzaubert und diese auch noch Gedanken lesen lässt. Das Problem bei solchen auf Monumentallaufzeit produzierten Stephen King Verfilmungen wird schnell deutlich, denn "Tommyknockers" ist ein lahmender Streifen, der als Zweiteiler im Fernsehen funktionieren mag, als durchgehende Abendunterhaltung leider ab und an gehörig langweilt. Die einem Kinderreim entliehenen Namensgeber lassen die unbescholtenen Kleinstadtbürger so manche eierlegende Wollmilchsau aus dem Ärmel schütteln, was in der Moralvorstellung von Regisseur John Power offensichtlich seinen Preis hat und es naht die Buße auf grauenhaftem Fuße mit Skorbut im Gepäck. So schauen die einen nach kurzer Zeit immer bleicher aus und die anderen immer skeptischer drein, während sich die unheimliche Macht breit macht. Der kollektive Spuk als Angriff auf den Patriotismus, wie er hier herausgestellt ist, lässt den Zuschauer über das wahre Grauen zweifeln, ist jedoch als Horrorfilm unbedeutend bis ärgerlich. Als beliebiger Sci-Fi-Grusler mit Mysteryelementen, die nie vernünftig zu Ende erzählt werden, ist dieses eine der schwächsten King-Adaptionen und nur als Berieselung aus der Glotze akzeptabel.
Fazit: Mystische Verschwörung von irgendwo aus dem All bedroht eine heile Kleinstadt der freien Welt. Wie einfallsreich. 3/10 Punkten