Review

Stephen King ist eigentlich eine sichere Bank, was düstere Geschichten angeht – aber in den 90ern landeten viele seiner Werke in der Fernseh-Hölle. „The Tommyknockers“ ist eines der deutlichsten Beispiele dafür: Eine ursprünglich spannende Sci-Fi-Horror-Geschichte, verwurstet zu einer zweigeteilten TV-Miniserie mit magerem Budget und wenig Liebe fürs Detail.

Die Handlung spielt in der Kleinstadt Haven, wo die Schriftstellerin Bobbi Anderson beim Spazieren im Wald über ein im Boden vergrabenes metallisches Objekt stolpert – das sich später als Teil eines riesigen außerirdischen Raumschiffs entpuppt. Dieses Alien-Artefakt beginnt, die Bewohner der Stadt schleichend zu beeinflussen: Sie entwickeln übernatürliche Fähigkeiten, werden zunehmend aggressiv und verlieren nach und nach ihre Menschlichkeit – geistig wie körperlich. Es ist klar: Das Schiff sendet etwas aus, das alles in der Umgebung verändert.

Soweit die Ausgangslage – und die ist eigentlich ziemlich spannend. Nur leider versackt das Ganze in einer langweiligen, schlecht produzierten TV-Inszenierung.

Effekte? Kaum der Rede wert.

Darsteller? Teilweise bemüht, größtenteils blass.

Inszenierung? Träge, spannungsarm, völlig ohne Biss.

Und das ist das größte Problem: Die Bedrohung durch das Schiff, das schleichende Verfallen der Stadt in den Wahnsinn – das alles kommt nie wirklich zur Geltung. Stattdessen wirkt alles wie ein Theaterstück mit Neonbeleuchtung. Man sieht in jeder Szene, dass hier kein Geld, aber vor allem kein Gespür für Atmosphäre vorhanden war. Die wenigen Spezialeffekte sind schlecht gealtert – sofern sie überhaupt je funktioniert haben.

Was besonders ärgerlich ist: Die Vorlage hätte das Potenzial für eine fesselnde, moderne Sci-Fi-Horror-Geschichte gehabt. Aber wie so viele King-Verfilmungen dieser Ära wurde auch dieser Stoff in einer altbackenen, kraftlosen TV-Produktion verheizt.


Fazit

„The Tommyknockers“ ist weder spannend noch gruselig, sondern einfach nur enttäuschend. Wer den Roman kennt, wird doppelt frustriert sein. Und wer ihn nicht kennt, wird sich fragen, wie aus so einer drögen Geschichte überhaupt ein Bestseller werden konnte – was aber nur daran liegt, dass die Serie es nicht geschafft hat, die Stärken der Vorlage zu transportieren.

Nur für Komplettisten. Der Rest darf getrost weitergehen.

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