kurz angerissen*
Obwohl zumindest Affleck nicht die allergrößten Fußspuren hinterlassen hat, sind sie doch mindestens wegen Harrison Ford und vielleicht auch wegen Alec Baldwin etwas zu groß für Chris Pine, der ebenso gut einer der Hemsworth-Brüder hätte sein können – für das Jungstar-trifft-auf-Oldschool-Spionagethriller-Flair des neuen Jack Ryan hätte es keinen Unterschied gemacht. Im Grunde ist die nunmehr fünfte Verfilmung um die Figur aus dem Fundus Tom Clancys keinen Deut besser als jüngst „Paranoia“ (mit, oho, Hemsworth), der sich verkrampft an den Fortschritt moderner Technologie klammerte und es dabei verpasste, echten Thrill zu erzeugen.
Nun scheint Kenneth Branagh auch nicht gerade die beste Wahl als Regisseur für diese Art Film zu sein. Er inszeniert um Pine und sich selbst herum eine Art Duell zwischen einem amerikanischen und einem russischen Poeten und lässt darüber den paramilitärischen Hintergrund verschwimmen, derweil im Vordergrund eine Art unbeholfenes Ablenkungsspiel im Stil der „Mission: Impossible“-Filme stattfindet, bei dem man sich fragt, wie hochrangige Agenten und Geschäftsmänner derart simple Pläne nicht zu durchschauen imstande sind. So bekennt sich „Shadow Recruit“ ohne konkrete Romanvorlage im Rücken weder vollständig zum Popcorn-Actioner noch bemüht er sich um die trocken-konservativen Verschwörungselemente der Vorgängerfilme.
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