„Shadow Recruit“ betritt als Agententhriller doch recht ausgelatschte Pfade, geht es im Kern doch um die Vereitelung eines Terroranschlags in den U.S.A. durch die Russen und dem darauf folgenden Börsencrash, weil eben jene Bösewichte Abermilliarden an U.S. Dollars verkaufen wollen und damit die Amiwirtschaft in den Abgrund stürzen sollen. Verhindern soll dies der Held Jack Ryan, der nach Moskau entsandt wird um dem Oligarchen Cherevin seine miesen Finanztricks auszutreiben. Natürlich weiß Cherevin mit wem er es zu tun hat und vor allem warum. So wird Ryans Job bald schon lebensgefährlich.
Das Ganze ist wenig innovativ und auch allenfalls mäßig spannend. Dafür aber elend vorhersehbar. Actionszenen sind echte Mangelware und wenn es denn mal zur Sache geht täuschen die hektischen Schnitte, wie bei der Autoverfolgungsjagd, nur unzureichend über die mindere handwerkliche Qualität des Gezeigten hinweg. Statt also ordentlich Rabatz zu machen, im Stile von „Stirb langsam“ Teil 5, wird einem sterbenslangweiligen Nebenhandlungsstrang, der Liebesgeschichte zwischen Ryan und seiner Verlobten viel zu viel Screentime eingeräumt. Dass die Olle ihrem Macker nach Moskau hinterher reist, zwecks „Treuetest“, ist eh schon absurd genug. Und die brave Ärztin dann als ernsthaften Sidekick in die Agentenstory zu integrieren ist fast schon peinlich.
Als weiteres großes Manko empfinde ich den Cast. Pine und Knightley harmonieren so gar nicht, was aber denke ich hauptsächlich an Chris Pine liegt, der vom Charisma eines Harrison Ford ( einem seiner Vorgänger als Jack Ryan) nur träumen kann. Die Performance von Kevin Costner ist mit lustlos noch wohlwollend umschrieben und so bringt einzig Kenneth Branagh als oberster Bösewicht etwas Glanz in die Hütte.
Schlussendlich vereint „Shadow Recruit“ also nur ein schwaches Drehbuch, unterdurchschnittliche Action, überwiegend blasse Schauspieler und eine dröge Storyline zu einem Gesamtprodukt, dass man sich getrost schenken kann. Welten entfernt von „M.I.“ oder „Die hard“.