Bei einem Actioner vorliegenden Kalibers erscheint der Unfalltod von Paul Walker umso tragischer, denn in dieser Richtung hätte man als Genrefreund gerne mehr gesehen. Wenn man bei alledem ignoriert oder einfach nicht weiß, dass der Streifen eine 1:1 Kopie von "Ghettogangz" darstellt, gestaltet er sich sogar recht unterhaltsam.
Der titelgebende Bezirk von Detroit ist anno 2018 von der Außenwelt abgeriegelt, da Mord, Drogen und Korruption an der Tagesordnung sind. Undercover-Cop Damien (Walker) versucht mithilfe des Ganoven Lino (David Belle) in den Distrikt einzudringen, eine geklaute Neutronenbombe zu entschärfen und Linos Ex Lola (Catalina Denis) aus den Fängen des Gangsterbosses Tremaine (RZA) zu befreien...
Die simple Geschichte von Luc Besson ist im Grunde zu vernachlässigen, da die stereotyp angelegten Figuren nicht viel Tiefe mitbringen, jedoch recht gut im Zusammenspiel funktionieren, zumal es ohnehin kaum Pausen zum Innehalten gibt.
Die Action steigt rasch ein und offenbart trotz kurzer Wackelkameraeinlagen eine ansprechende Optik mit gut getimter Slowmo und lebt vor allem durch die akrobatischen Einlagen David Belles, der als Begründer der Sportart Parkour gilt und hier mit vollem Körpereinsatz über alles turnt, was irgendwie im Weg ist oder dabei hilft, von A nach B zu gelangen.
Im Zusammenspiel mit Damien ergeben sich indes ein paar verbale Auflockerungen, einige Situationskomik und natürlich auch zahlreiche physikalische Unwahrscheinlichkeiten, welche einsetzen, sobald jemand während einer reißerischen Fahrt an einem Auto hängend noch die Motorhaube öffnet oder bei einem Kugelhagel von rund vierzig bewaffneten Schützen noch nicht einmal gestreift wird.
Nahe liegender wirkt es, wenn die beiden einzig relevanten Damen zwischen unterschwelligem Sex und Demonstration der jeweiligen Machtposition schließlich zum Catfight übergehen.
So besucht man Grandpa, der angeblich nur eine Zigarette am Tag raucht, bestimmte Aktionen setzen grundlegend auf "Drei" ein und wer einen Hünen wie Robert Maillet zur Strecke bringen will, muss zu ungewöhnlichen Hilfsmitteln greifen, welche hier auffallend analog ausfallen, da man sich mit Seilen, Betonklötzen oder Ketten behilft, anstatt in Zeiten modernster Technik auf Computergedöns zurückzugreifen.
Wer es schafft, die oft unlogische Story zu verknusen und über das etwas zu dick aufgetragene Ende hinweg zu kommen, Action mit Drive und tollen Stunts mag und darüber hinaus einfach nur mit flockig und ohne Tiefgang berieselt werden möchte, für den ist das Regiedebüt des Werbefilmers Camille Delamarre die goldrichtige Wahl für eine unterhaltsame Zeit.
7 von 10