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Is’ ja irre – diese derbe Dirne

Während man diesen Film betrachtet, keimt in einem nicht nur die Frage auf, ob man sich sein Geld lieber hätte sparen sollen und auf eine Fernsehausstrahlung hätte warten sollen, sondern man fragt sich auch, ob man diesen Film überhaupt hat sehen müssen. Dreizehn Jahre lang haben die Macher des Films „Elvira – Mistress of the Dark“ vergeblich versucht, Geldgeber für einen weiteren Elvira-Film zu finden. Sollte das Drehbuch die ganze Zeit vorgelegen haben, so verwundert es wohl nach Sichtung des fertigen Films kaum, dass kein Produzent an Bord wollte und das Team den Streifen selbst finanzieren musste. Das ganze Machwerk bewegt sich auf dem Niveau eines „Carry-On“ (Is’ ja irre)-Streifens, deren Anzüglichkeiten in den 60er Jahren ein Novum waren und die Reihe zum Erfolg führte, wobei derlei verklemmte, derbe Späßchen heute eher langweilen. So frage ich mich auch schon seit einer Weile, ob der erste Elvira-Film damals (1988) auch schon so daneben war, ich dies aber ignorierte, da man in der Pubertät über solche Witze noch herzhaft lachen kann, oder ob nur dieser Eintrag in die Elvira-Saga ein echter Heuler ist.

Immerhin wird diese Plumpheit, die die erste Hälfte des Films bestimmt, in der zweiten Hälfte etwas zurückgenommen, wodurch man den Film tatsächlich ertragen kann, und es gibt tatsächlich ein bis zwei gelungene Gags, die einem gar ein Lachen entlocken können.

Inhaltlich eine Parodie auf die alten Corman-Klassiker zum Thema Edgar Allen Poe, lag hier eine Menge Potential vor, das leider zumeist ungenutzt verpuffte. Sogar das Pendel des Todes kommt am Ende der Geschichte zum Einsatz. Hätte man sich bei den Dreharbeiten mehr auf die Story und die nicht mal schlechten Darsteller konzentriert, anstatt alles auf Witze rund um die Oberweite des mittlerweile fast 55-jährigen Stars zu setzen, hätte etwas aus dem Streifen werden können.

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