Stretch (USA 2014) 2.te Sichtung oder "Der reichste Fundus der Fäkaliensprache"
Joe Carnahan, der uns so tolle Filme wie Narc, The Grey-unter Wölfen und auch durchaus noch Smoking Aces beschert hat, hat mir zumindest nun eindrucksvoll bewiesen: Ja, er kann auch Scheiße, Dreck und verfickte Kacke! Genannt wurde das Ganze dann "Stretch".
Patrick Wilson spielt den Loser "Stretch" ja zugegebenermaßen durchaus akzeptabel und mit gewissem Spaß an der Sache. Nichts in seinem Leben will so richtig gelingen, eigentlich kam er nach L.A. um dort Schauspieler zu werden, statt dessen fristet er nun sein Dasein als Limousinen-Chauffeur und auch dieser Job kotzt ihn an. Er hasst seine Arbeit, er hasst seine Kunden, er hasst sein Leben. Er hat kein Geld, keine Frau...im Grunde nichts wofür es sich seiner Meinung nach zu Leben lohnt, und obendrein schuldet er auch noch einem windigen und nicht zu Späßen aufgelegten Buchmacher ne Stange Geld. Genauer gesagt 6000$. Diese muss er nun bis Mitternacht auftreiben, sonst geht es ihm an den Kragen.
Problem nur, The Jovi (Randy Couture), ebenso Chauffeur, schnappt ihm ständig die gut betuchten Kunden weg. Doch wie das Schicksal so spielt ergibt sich plötzlich eine Telefonabhörung des Jovi und damit die Möglichkeit von dessen Kunden und deren Standorten zu erfahren um sie ihm vor der Nase wegzuschnappen. Behilflich ist ihm dabei Charlie (Jessica Alba), die ihm aus der Funk-Zentrale die Standorte der jeweiligen Kunden übermittelt.
In der Hoffnung so möglichst schnell an fettes Trinkgeld zu kommen um rechtzeitig vor Mitternacht seine Schulden zu begleichen, gibt Stretch nun Gas und rast durch die Gegend auf der Jagd nach Jovi's reichen Kunden...und steht alsbald David "The Hoff" Hasselhoff Auge in Auge gegenüber, der seinen Cameo-Auftritt mit Bravour meistert aber dieses Machwerk auch nicht vor dem (fast) Untergang bewahren kann.
Insgesamt eine oberflächlich betrachtet recht launige Action-Komödie, Chris Pine als "Irrer Kokser", Patrick Wilson als "sympathischer Loser", Jessica Alba als bebrillter und okayer Sidekick, Randy Couture mit weißer Langhaarperücke, The Hoff und Ray Liotta machen ihre Sache zufriedenstellend, wenn auch nur kurz, bezogen auf die beiden letzteren "Altstars", und können durchaus den ein oder anderen Lacher verbuchen. Die Action kommt auch nicht zu kurz, also alles in allem eine runde Sache, so mag man evtl. auf den ersten Blick denken...nicht aber wenn man "hört"!
Und nach der 2ten Sichtung, die ich aus einem ganz bestimmten Grund widerwillig vorgenommen habe, muss ich leider zusammenfassend, und um in der "Stretch"-Sprache zu bleiben, sagen:
Wenn man es genau nimmt : Fürchterlich, verfickter Pissnelken-Rotz!
Denn eine Sache macht dieses Machwerk für mich zu einem beinahe Totalausfall: Die Dialoge!
Klar auch hier gibt es die ein oder andere gelunge Passage zu notieren, das will ich sicher nicht verschweigen, insgesamt aber kann man es fast reduzieren auf folgendes amtliches Endergebnis:
Knapp 90 Minuten Film, ich nenne sie "Die Liste des Grauens":
Scheiße, scheiss, Scheissdreck, shit, beschissen, Kacke: 57x
Fuck, verfickt, fick dich, fuck off, fuck you, Ficker : 42x
Arsch: 17x
Wichser: 9x
Motherfucker: 8x
Arschloch: 7x
verarschen: 7x
Fotze: 4x
Eier, die männlichen: 4x
verpissen, ins Hirn gepisst: 3x
Nutte: 3x
Schwanz: 3x
Pisser, Pissnelke: 3x
Dreck: 2x
Pussi: 2x
Puff: 2
Vollidiot: 2x
leck mich: 2x
Schwanzlutscher: 1x
Muschis: 1x
Arschficker: 1x
Drecksack: 1x
Schlampe: 1x
Schlappschwanz: 1x
Vollidiot: 1x
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= 184 Wörter der Genialität! (Jetzt weiß auch jeder warum mein Spitzname "Graf Zahl" ist)
Rechnet man dies nun um auf knappe 90 Minuten Film, heisst das unterm Strich:
ALLE 30 Sekunden DURCHGEHEND...Tja, da bleibt dann leider nicht viel Platz für Begriffe wie "Kult", "Urkomisch", "actionreich", "spaßig", "genial", "ein neuer Tarantino ist geboren" oder Stephen King sagt " Ich habe die Zukunft der Actionkomödie gesehen"!
Muss man noch mehr sagen? Muss man da noch erwähnen, das es für MICH nicht reicht einfach nur 1Million Fäkalwörter in den Raum zu werfen um mich sagen zu hören: BOR, ne kleine Perle, ein KULTfilm, genial, Tarantino lässt grüßen!
Nein, sorry, da retten auch die an maximal 2 Händen abzuzählenden guten Szenen, 3,4 gute Ideen und restlichen Dialoge nicht viel und wer so derart mehr als erfolglos bemüht ist die Größen dieses Genres durch penetrantes "Einstreuen", wobei hier muss man sagen "Dialogteppich flutend", von beschissenen Dialogen zu punkten hat es nicht anders verdient, allein aufgrund der "Liste des Grauens" für mich auf überhaupt gar keinen Fall mehr als:
völlig verfickt und verkackte und bei Noten von 8-10/10 beinahe am Getränk erstickende: ---5/10--- (und das auch nur mit "The Hoff-Bonus")