kurz angerissen*
Joe Carnahans Action-Comedy-Groteske hat man schnell einen Rückfall in alte Guy-Ritchie-Zeiten unterstellt, dabei bedeutet er für die geraffte Flash-Forward-Erzählweise der typischen Räuberpistole der 00er Jahre eigentlich eine Weiterentwicklung. Verglichen etwa mit den stark artverwandten Wayne-Kramer-Filmen „Running Scared“ und „Pawn Shop Chronicles“ erlaubt Carnahan es seiner Hauptfigur, über das rein Karikaturistische hinauszugehen. Patrick Wilson darf jemanden spielen, der angesichts der verrückten Geschehnisse in einzelnen Momenten auch mal von seinen Gefühlen überrumpelt wird. So gehört es zu den besten Momenten des Films, wenn Wilson seine schulterzuckende Getriebenheit mit völlig uncoolen und deswegen so charmanten Lachanfällen und gespielter Lässigkeit zu durchbrechen versucht.
Das erzeugt mit Abstand den meisten Humor, der ansonsten durch einen Paradiesvogelauftritt Chris Pines und Cameos von David Hasselhoff und Ray Liotta eher konventionell erzeugt werden soll. Und bei Ed Helms spricht schon alleine die Besetzung dafür, dass man grinsende Zahnreihen eher mit der Brechstange zu durchstoßen gedenkt.
Zeit für echte Lachpausen gibt es derweil im Grunde eigentlich nicht, weil es in „Stretch“ eben auch turbulent zur Sache geht und viele Dinge gleichzeitig geschehen. Augen zukneifen ist also eine ganz blöde Idee, wenn man nichts verpassen möchte. Am besten Augenlider an die Stirn tackern, Softdrink greifen und oberflächlich, aber temporeich berieseln lassen.
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