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Es spricht nicht gerade für die Mitwirkenden einer Reality-Soap, wenn ein Modelabel ihnen Geld dafür anbietet, bitte nicht mehr ihre Kleidung zu tragen, weil dies Ruf schädigend sei.
Hierbei handelt es sich um „Jersey Shore“, in der irgendwelche Poser aus unerfindlichen Gründen beim Urlaub gefilmt werden. Ähnliches Kanonenfutter liefert vorliegender Slasher, der anstatt auf parodistische Züge auf plumpe Albernheiten setzt.

Kurzerhand müssen die fünf Mädels um Teresa in eine luxuriöse Waldhütte umsiedeln, da ihre Ferienwohnungen bereits vermietet waren. Dort angekommen dauert es nicht lange, bis ein Killer zur Jagd ansetzt…

Ein Blick auf die Truppe überkandidelter Tussen reicht aus und schon wünscht man sich zunächst eine Wanne für die Entfernung des Make-ups und gleich danach den Schlächter, um die minimale Gehirnmasse vom Rest zu trennen. Die vermeintliche Heldin Teresa wehrt zwar als einzige die Anmache der später erscheinenden Poser ab, doch in Sachen Overdressing schwimmt sie im selben bunten Fahrwasser wie ihre Kolleginnen.

Und die verhalten sich entsprechend durch die Bank affektiert, unsympathisch und zu keiner Zeit aufreizend, wonach die 50 Minuten Vorlauf mit Schmusen, Whirlpool, Posen und Sprüchen unterhalb der Gürtellinie verdammt lang erscheinen.
Als der Killer schließlich in Erscheinung tritt, halten immerhin ein paar gut gemachte Splatterszenen Einzug, welche von Kehlenschnitt, über zerschnetzelte Brüste, zerhäckselte Hände bis hin zu einer fetten Bauchwunde reichen, wovon in der deutschen Fassung allerdings rund die Hälfte fehlt. Die handgemachten Einlagen bieten die raren Höhepunkte des zumeist albernen Treibens.

Denn von parodistischen Zügen gegenüber der MTV-Serie fehlt jede Spur, eher versucht es Regisseur Paul Tarnopol mit Überspitzungen, was durchweg daneben geht. Schrille Laute, theatralische Gesten und Verdauungsprobleme nervten bereits bei zahlreichen Ergüssen des Regieduos Seltzer/Friedberg und auch hier ist nicht eine witzige Szene enthalten. Immerhin gerät das Treiben im letzten Drittel ein wenig temporeicher und die Konfrontationen nehmen an Härte zu, doch das kaschiert den Gesamteindruck nur geringfügig.

Müßig zu erwähnen, dass die Mimen ausschließlich nach entsprechendem Aussehen ausgewählt wurden und außer beim Schreien nicht überzeugen können. Die Kulisse mit See gibt lediglich gegen Ende ein wenig her und allenfalls dem Score gelingt es, mit beinahe latent rhythmischen Untermalungen ein wenig Bewegung zu suggerieren.
Diese findet jedoch erst in der letzten Viertelstunde statt, als der halbwegs tauglich Killer ein wenig erbarmungsloser zuschlägt.

Ausnahmsweise macht die Synchro nicht alles zunichte, denn man wusste offenbar genau, wie albern die Chose ablaufen würde und reicherte das Ganze mit bewusst betonungslosen Stimmchen oder gezieltem Lispeln an. Wertet die Sache nicht auf, denn Kopfschütteln macht sich ansonsten an allen Ecken und Enden bemerkbar. Wer zudem die geschnittene Fassung erwischt, steht als Splatterfreund nicht sonderlich glücklich da und wenn von vornherein kein Sympathieträger gegeben ist, ist es um den Grundstock des Slashers nicht gut bestellt.
Wer nicht gerade Fan von „Jersey Shore“ ist, kann ihn bedenkenlos auslassen.
3 von 10

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