Review

Wenn verschiedene Filmtitel Verwirrung stiften sollen, ist das im vorliegenden Fall vortrefflich gelungen. Denn trotz einer nie abflauenden Remake-Welle handelt es sich nicht um die Neuauflage des gleichnamigen Streifens mit Audrey Hepburn. Der Originaltitel lautet indes "The Town That Dreaded Sundown", welcher bei uns 1976 unter dem Titel "Der Umleger" erschien und dieser dient quasi als abstrakte Vorlage für die Weiterentwicklung einer Mordserie.

Alljährlich wird im Autokino im Kaff Texarkana ein Film über den hiesigen Phantomkiller gezeigt, welcher in den Vierzigern mordete. Jami (Addison Timlin) und ihr Freund Corey verlassen den Film frühzeitig, um am Waldrand zu knutschen, als ein Typ mit Mehlsack auf dem Kopf auftaucht und Corey tötet, während er Jami verschont, jedoch mit einer Botschaft zurücklässt. Die angehende Journalistin beginnt zu recherchieren, doch alsbald geschehen weitere Morde...

Die Idee eines Meta-Sequels ist durchaus originell, denn durch den Film im Film kommt eine gewisse Retro-Stimmung auf, welche mithilfe zahlreicher Genrekonventionen und einer Menge Klischees untermauert wird. Allerdings erinnert der Stoff dadurch oftmals an die "Scream" - Reihe und diesbezüglich kann man einen Slasher eben kaum effektiver demontieren.

Dennoch ist Regisseur Alfonso Gomez-Rejon sichtlich bemüht, seinen Beitrag ansprechend zu gestalten, was sich primär in der ansprechenden Optik widerspiegelt. Die kreative Kamera punktet mit interessanten Perspektiven und ungewöhnlichen Schwenks, Schauplätze wie Maisfeld, alte Farm und verlassene Tankstelle ziehen immer und der Score weiß dazu ab und an leise Akzente zu setzen. Auch darstellerisch überzeugt Addison Timlin in der Hauptrolle, während Nebenrollen mit bekannten Gesichtern wie Gary Cole und Ed Lauter ordentlich besetzt sind.

Nur liefert die Erzählung selbst zu wenige spannende Momente. Zuviel Zeit wird mit Nachforschungen verbracht, nackte Haut und Softsex gehören zwar dazu (schon deshalb, weil außerehelicher Sex immer tödlich endet), doch nervenaufreibende Konfrontationen sind an einer Hand abzuzählen. Zudem macht der Killer mit Mehlsack nicht allzu viel her und auch die Morde (außer mit einer präparierten Posaune) fallen weder kreativ, noch sonderlich blutig aus, da sich letztlich einige Gewaltakte im Off abspielen. Immerhin überzeugen die handgemachten Effekte durch die Bank und der Anblick zerfetzter Leichen bringt ein wenig Härte ins Spiel.

Das Ratespiel um die Identität des Killers hält zumindest bis zuletzt bei Laune, das altmodisch anmutende Ambiente überzeugt und das Spiel mit verschiedenen Erzählebenen in Sachen Geschichte, Film und realen Geschehnissen ist ebenfalls gelungen.
Mit höherem Erzähltempo und ein wenig mehr Augenzwinkern wäre deutlich mehr drin gewesen, den durchschnittlichen Wald- und Wiesen- Slasher überflügelt er aufgrund seiner ambitionierten Art jedoch deutlich.
6,5 von 10

Details
Ähnliche Filme