Those Who Kill (abgeschlossene, aber in diversen Punkten offen bleibende Serie)
Spoiler sind auch dabei!
James Morrison (Bill Buchanan aus "24"), Desmond Harrington (Justified, Polizeibericht LA, Dexter), Pruitt Taylor Vince (Mentalist, Identität), Omid Abtahi ("24") und Bruce Davison sind komplett verschenkt. Spielen gewohnt gefällig, aber sind verschenkt. Ich muss aber dazu sagen, würde ich diese 5 nicht bereits kennen, aufgrund dieser Serie würde ich mich sicher nicht an Sie erinnern.
Chloe Sevigny als Ermittlerin Jensen, klischeebeladen, langweilig, mitunter sogar nervig, aber immerhin pro Folge sicher 3 verschiedene Outfits, erinnerte mich an "Umziehkönig" Ryan Philippe aus "Secrets & Lies". Ich mag diese Frauen nicht, fürchterlich. Also Chloe und Ryan. Thomas Schaeffer, der als Verhaltenspsychologe, Jensen bei ihren Ermittlungen in Sachen Serienkiller unterstützt, spielt einerseits okay aber auch so bemüht auf Will Graham aus "Hannibal", dass es dann doch schnell nervt.
Beide sind im Grunde selbst reif für die Couch. Sie vermutet das ihr Stiefvater, Richter Burgess (Bruce Davison), ihren geliebten Bruder nicht nur als Kind missbraucht, sondern um dies zu vertuschen auch getötet hat, denn dieser ist seit Jahren verschollen. Dieser Handlungsstrang nimmt auch mit fortlaufender Spielzeit immer mehr Raum ein, bleibt aber insgesamt un(auf)geklärt, denn die Serie wurde bereits eingestellt! Schön, na da hat sich das Dranbleiben doch gelohnt...
Der Psychologe kann ebenso ein Kindheitstrauma bezüglich seines wegen Totschlages inhaftierten Bruders vorweisen, aber auch hier lohnen weitere Worte nicht, bleibt doch auch diese Thematik in vielerlei Hinsicht offen.
Die einzelnen Serienkiller-Fälle werden größtenteils nur oberflächlich behandelt, uncharismatisch gespielt, täuschen durch abstruse Folterinstrumente und übertriebene Handlungen über fehlende Inhalte, Intentionen und Hintergründe hinweg und von Logik und sinnvoller Handlungsabfolge wollen wir gar nicht erst anfangen. Weitestgehend höhepunktarm, wenige, bis gar keine denkwürdige Szenen, unspektakuläre Auflösungen und gepackt hat mich hier in 10 Folgen so gut wie nichts. Dazwischen wird man mit fetten "Kaugummis" nur so beworfen in Form von sich ziiiiiiehenden Folgen und Passagen...
Die erste Folge total überfrachtet, die zweite fast handlungsarm und langweilig, das wirkte alles von vorne bis hinten schlecht durchdacht und noch schlechter inszeniert.
Ich wartete die ganze Zeit darauf dass es richtig los geht, die Spannungskurve mal ansteigt und dann waren die 10 Folgen plötzlich vorbei! Da war die Überraschung groß...
Gut, das Ende der Staffel war okay, an und für sich ein sehr gelungener Cliffhanger, nur geht es ja "leider" nicht weiter...
Was ich mit Gewissheit sagen kann:
JEDE Folge "Criminal Minds" ist spannender, inhaltlich "voller", runder und packender in Szene gesetzt als die gesamten 10 Folgen von "Those Who Kill". Selbst einige "Killer-Fälle" der Serie "CSI Las Vegas" (zu Zeiten von Gil Grissom) waren da um Längen und in allen Belangen besser.
Bis auf einige gute Kamereinstellungen, der ein oder anderen spannenden Szene und den doch überwiegend zumindest recht gut spielenden Darstellern blieb für mich nicht viel über. Unterm Strich beinahe komplett verschenkte 400 Minuten, und das nicht nur aufgrund der "ungeklärt bleibenden Handlungsstränge dank Absetzung der Serie".
4,5/10 mit viel Extrabonus für die 5 Eingangs genannten Darsteller