Unverhofft erben Ben (Paul Burke, Valley of the Dolls) und Maggie Porter (Hope Lange, Death Wish) eine alte Farm in Brampton, Massachusetts, nachdem der ursprünglich Begünstigte auf dem Weg dorthin tödlich verunglückt ist. Die Freude ist da natürlich groß, vor allem bei Ben, der sich gleich mit Eifer an die Arbeit macht. Bei Maggie hingegen schleichen sich rasch Zweifel ein, ob die Erbschaft wirklich der Glücksfall ist, der er zu sein scheint. Sie weiß Dinge über das Farmhaus, die sie eigentlich nicht wissen kann und hat verstörende Visionen und Träume, in denen eine Meute altmodisch gekleideter Dörfler eine hilflose Frau quälen, indem sie eine auf ihr liegende Holztüre mit vielen großen Steinen beschweren. Als sie erfährt, daß es hier vor etwa dreihundert Jahren einen praktizierenden Hexenkult gegeben haben soll und auch einige Satansanbeter hingerichtet wurden, trägt das nicht gerade zu ihrer Beruhigung bei. Dann nehmen sie ein zehnjähriges Mädchen namens Jennifer (Cindy Eilbacher) bei sich auf, da deren schwerkranke Tante zur Untersuchung nach Boston muß. Die Frau kehrt jedoch nicht mehr zurück - sie hat nach der Diagnose offensichtlich Selbstmord verübt -, und so kümmern sie sich weiter um das arme Kind, das sich hier sofort wie zu Hause fühlt. Maggie hat in Bezug auf die Kleine ein immer unguteres Gefühl, und wie sich bald herausstellen soll, trügt sie dieses nicht.
Walter Graumans Crowhaven Farm ist ein für das amerikanische Fernsehen produzierter Film (Aaron Spelling hatte als ausführender Produzent seine Finger im Spiel), der ein immer wieder gern genommenes Gruselmotiv aufgreift und nicht ungeschickt variiert: Die üble Vergangenheit, die ihre Finger nach der Gegenwart ausstreckt und zur Bedrohung für die Protagonisten wird. Eine alte Schuld soll beglichen werden, oder, mit den Worten einer Figur: "What is unfinished, must be finished." John McGreeveys stark von Roman Polanskis Rosemary's Baby (1968) beeinflußtes Drehbuch nimmt sich Zeit, die Figuren zu charakterisieren und die Geschichte langsam aufzubauen. In der Ehe der Porters kriselt es, nicht zuletzt, weil es mit dem Kinderwunsch einfach nicht klappen will. Maggie ist mit Kevin Pierce (Lloyd Bochner, Mr. No Legs), befreundet, einem notorischen Casanova, was dem eifersüchtigen Ben überhaupt nicht gefällt. Der wiederum hofft auf seinen Durchbruch als Maler, was ihm manchmal wichtiger zu sein scheint als seine Frau. All diese Dinge spielen im weiteren Verlauf der Handlung eine Rolle. Die Schauspieler agieren passabel (in einer Nebenrolle ist der finster guckende John Carradine (Shock Waves) zu sehen), ohne groß zu glänzen. Leider schafft es Hope Lange nicht, beim Zuseher Gefühle für ihre Figur zu wecken, weshalb einem ihr Schicksal nicht wirklich berührt.
Eine besondere Erwähnung verdient Cindy Eilbacher (Slumber Party Massacre II) als Jennifer, die ihre Figur so subtil spielt, daß man bei ihrem Anblick tatsächlich Unbehagen empfindet. Sie sieht aus, als könne sie kein Wässerchen trüben, aber hinter ihrer engelhaften, unschuldigen Fassade lauert ein Biest, das spürt man sofort. Eigentlich weiß man es sogar, da zu Beginn zu sehen ist, daß sie am "Unfall" des ursprünglichen Erben nicht unbeteiligt war. Crowhaven Farm punktet mit einer hübsch düsteren Stimmung, die sich durch den gesamten Film zieht und die sich bis zum Ende hin noch verdichtet. Die Auflösung ist zufriedenstellend, aber der große Aha-Effekt bleibt aus; eher runzelt man die Stirn, da dem Ganzen doch eine etwas konfuse Note anhaftet. Einige Momente stechen aus dem insgesamt eher durchschnittlichen TV-Film hervor. Die Visionen haben eine unheimliche Qualität, das Benehmen der Dorfbewohner beunruhigt, und die Sequenz, in der Maggie des Nachts einem traurigen Kinderweinen nachspürt, welches plötzlich in dämonisches Gelächter umschlägt, ist richtig gut gelungen. Dem gegenüber stehen allerdings das dünne Handlungsgerüst, die an Seifenopern gemahnende Figurenkonstellation und ein paar irritierende Zeitsprünge, die für Verwirrung sorgen. Für Freunde von stimmigen, wenngleich milden Grusel-Mystery-Dramen ist Crowhaven Farm dennoch einen Besuch wert.