1983-84 wurde die Filmwelt als neueste Mode von einer ganzen Reihe von Stephen-King-Verfilmungen überschwemmt. Dabei kam Gutes (Dead Zone), Mittelmäßiges (Christine) und Schlechtes (Kinder des Zorns) zu Tage. Und auch diese Merkwürdigkeit, die von allem ein bißchen ist.
Grundsätzlich gesehen ist "Firestarter" gegenüber seiner literarischen Vorlage linientreu, d.h. die meisten Szenen, die Essenz ist hier auf Film übertragen worden. Auch die Besetzung kann sich durchaus sehen lassen, vor allem die Anwesenheit von George C.Scott als psychopathischer Indianer/Killer Rainbird ist sehenswert.
Leider gerät durch die mangelnde Experimentierfreude die ganze Geschichte ein wenig trocken und vorhersehbar. Genrefreaks können sich jedoch trotzdem an den F/X erfreuen, die sowohl heiß als auch zahlreich sind.
Leider erschöpfen sich die Ideen des Drehbuchs und der Regie im immer größeren Einsatz der Kräfte des Mädchens, die in einer flammenden Katastrophe enden. Leider sind die Schlußeffekte bei der Zerstörung des Instituts inzwischen dermaßen bekannt, daß einen das Inferno seltsam kalt läßt. Es ist auch qualvoll langgezogen und scheint mit ein und demselben Effekt einfach kein Ende zu nehmen (im Fernsehen ist die Sequenz häufig gekürzt). Allerdings muß man anerkennen, daß die Feuer- und Explosionseffekte trotz ihrer dauernden Wiederholungen absolut erster Güte sind und gerade in Anbetracht der benzinexplosiven 80er ein kleines Juwel darstellen.
Auch sonst muß sich die Story durch eine Reihe von Rückblenden erst zusammenfinden, denn der Film startet kalt durch und wir begegnen Vater und Kind praktisch mitten in einer Flucht, was nicht gerade eine passende Einleitung darstellt. Das funktioniert zwar einigermaßen, allerdings wurden darüber hinaus die Schwächen von Kings Vorlage mitinszeniert, die Motivation der reizvollsten Figur, des psychopathischen Indianers Rainbird bleibt genauso nebulös wie im Buch, als treibende Kraft funktioniert sie lediglich durch Scotts optische Präsenz.
Schauspielerisch wird hier niemandem der Prozeß gemacht werden, aber Medaillen können auch nicht verliehen werden. Vor allem Drew Barrymore wirkt ein wenig zu aufgeschwemmt, um der kleinen Charlie wirkliche Tiefe (oder das Mitgefühl des Zuschauers) zu vermitteln. David Keith etwa als ihr Vater bietet zwar ordentlich Energie an, aber wenn es an seine parapsychischen Fähigkeiten geht, kann er immer nur die Hände an die Schläfen legen und aus der Nase bluten, da wäre mehr drin gewesen. Aber Mark Lester war ja auch nie ein besonders inspirierter Regisseur.
So entsteht eine Verfilmung, bei der offensichtlich nichts falsch gemacht wurde, die aber trotzdem nicht so recht aus den Hufen kommen will, weil sie zu oft an Kings Buch klebt.
Auf jeden Fall genießbar, aber irgendwie nicht richtig gut. Oder doch? Ich bin mir nicht sicher... (6,5/10)