Review
von Leimbacher-Mario
Sparflamme ist das nicht
„Firestarter“ habe ich als Kind im TV etwas zu früh gesehen und mich damals schon etwas in die kleine Drew verknallt. Obwohl sie ja nicht die klassische Schönheit ist, hatte das schon als Mini wohl meinen Beschützerinstinkt geweckt - obwohl sie sich als angehender Feuerteufel ja eigentlich ganz gut alleine verteidigte. Noch bevor ich „E.T.“ sehen konnte war das glaube ich sogar. Jedenfalls blieb mir der feurige Fantasythriller positiv und treibend in Erinnerung, jedoch eher stückhaft. Irgendwie wanderte er jedoch nie in die Sammlung, ich sah ihn bis gestern nicht wieder und die Gerüchte im Hinterkopf, dass eigentlich Lieblingsregisseur John Carpenter damals viel heftiger in den Film involviert hätte werden sollen, ließen einen faden Beigeschmack, was hätte sein können. Erst recht nachdem ich ebenfalls vor wenigen Tagen seine Synthies im ansonsten unterlegenen Remake zu „Firestarter“ ins Herz schließen durfte. Lange Rede, kommen wir zum Punkt: „Firestarter“ von 1984 ist immer noch ein heisses Eisen im weiten Wust der Stephen King-Verfilmungen. Die Flucht der pyrokinetisch begabten Grundschülerin mit ihrem Vater vor einer undurchsichtigen Regierungsgruppe hat nicht umsonst von „Elfenlied“ bis „Stranger Things“ etlichen Hits die folgten als Inspiration zur Seite gestanden…
Mark L. Lester hat einige meiner größten Guilty Pleasures überhaupt gedreht - die zwei Actionkracher „Commando“ und „Showdown In Little Tokyo“ etwa oder seine beiden „Die Klasse von…“. Daher ist es jetzt auch kein Weltuntergang, dass er statt Carpenter zu „Firestarter“ damals auf den Regiestuhl durfte. Dennoch habe ich einfach das Gefühl, bei einem Carpenter in Topform mit dem zu ihm und seinen Sensibilitäten passenden Stoff, wäre hier noch ein dickes Quäntchen mehr drin gewesen. Aber auch in seiner dann in Kraft getretenen Fassung ist diese King-Verfilmung eher gelungen als übergehbar. Das Finale rastet völlig aus und geht gebührend in Flammen auf, Drew Barrymore zeigte deutlich, dass mit ihr über ihre Kindheit hinaus zu rechnen sein könnte, zu Heather Locklear sagt Mann nie nein, zu Martin Sheen und George C. Scott noch viel weniger. Vor allem Letzterer spielt einen wirklich fiesen, miesen Bastard. Dass die Flammen hier meist noch echt waren und man selten in einem Genrewerk eine derartige Vater-Tochter-Beziehung sieht, trägt ebenfalls zu meinem Wohlwollen bei. Selbst wenn, wie jetzt schon öfters in dieser Kritik angedeutet, auch bei dieser Version noch mehr drin gewesen wäre. Richtig gut unterhalten wurde ich nichtsdestotrotz.
Fazit: vielleicht müsste „Firestarter“ nicht derart richtung zwei Stunden gehen - und dennoch ist und bleibt er für mich eine der feurigeren, besseren und runderen King-Verfilmungen überhaupt. Nur wie gesagt: mit 'nem Carpenter Score oder ihm gar als Regisseur wär's wohl ein Klassiker geworden. So reicht’s nur für gut.