In Sachen Optik sind Pixar und Dreamworks längst nicht mehr das Maß aller Dinge, denn kleine Produktionsfirmen rücken technisch ständig nach und besonders im Bereich der 3D-Effekte vermag der Animationsfilm vom belgischen Team Ben Stassen und Jeremy Dreguson zu überzeugen.
Ein kleiner Kater wird von seiner Familie ausgesetzt und landet während einer stürmischen Nacht im Haus des Magiers Lawrence und wird spontan Thunder getauft. Zunächst sind Kaninchen Jack und Maus Maggi ein wenig mürrisch, doch als Neffe Daniel das Grundstück seines Onkels verscherbeln will, müssen die Bewohner des Hauses zusammenhalten...
Die 3D-Effekte lassen nicht lange auf sich warten, denn der Kater gerät nach seiner Aussetzung fast mehrfach unter die Räder, muss die Flucht vor einem Köter ergreifen und bringt auf dem Dachboden des Magiers erst einmal alles durcheinander, was einige recht kreative Kettenreaktionen einbindet.
Die Liebe zum Details ist durchaus erkennbar, nur dem Kater selbst hätten ein paar Ecken und Kanten gut getan, - er ist halt nur süß, aber nicht sonderlich markant ausgefallen.
Freude herrscht indes beim Zuhören von Magier Lawrence, denn der wird von niemand Geringerem synchronisiert als Dieter Hallervorden, was im Kontext mit dem Äußeren des alten Mannes wie die Faust aufs Auge trifft. Aber auch Matthias Schweighöfer kann als Kater überzeugen, während Detlef Bierstedt, Joachim Tennstedt und Dennis Schmidt-Foß in Nebenrollen brillieren.
Die Geschichte wird indes flott und ohne auffällige Durchhänger munter erzählt, wobei die Schlichtheit des Stoffes in seiner kindgerechten Form nicht unbedingt negativ auffällt und sogar ein Fäkalgag voll ins Schwarze trifft. Sidekicks für die älteren Betrachter finden sich zwar nur wenige, doch einige Situationskomik und die allgemein vorherrschende Kreativität kaschieren so einige Mankos.
So besinnt sich der Stoff auf alte Traditionen wie Zusammenhalt in der Gruppe, Vertrauen und Vergebung und anbei sorgen Gimmicks wie ein Kaugummiautomat, Tauben mit schwäbischem Dialekt und Staubsaugerelefant für die notwenige Kreativität, während einige Kamerafahrten aus Egoperspektive den entsprechenden Drive beimengen.
Überraschungen oder gar doppelte Böden sollte man bei der schlichten und größtenteils vorhersehbaren Angelegenheit nicht erwarten, doch rund 85 Minuten lockere und humorvolle Unterhaltung sind für Jung und Alt durchaus gegeben.
7,5 von 10