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"American Pie" trat eine ganze Welle mehr oder minder geschmackloser Teeniekomödien los, wobei nur wenige qualitätsmäßig überzeugen konnten. "Road Trip" gehört zweifelsohne zu den Besten, gedreht mit verhätlnismäßig geringem Budget von 15 Millionen Dollar wurde er zu Recht ein großer Erfolg. Für Regisseur und Drehbuchautor Todd Phillips (Stichtag, Starsky & Hutch) das Ticket zu einer großartigen Filmkarriere, die bis jetzt in "Hangover" gipfelte. Vor kurzem entstand das Sequel "Road Trip - Bier Pong", welches dem original in keinster Weise das Wasser reichen kann.

Josh Parker (Breckin Meyer) geht in der Nähe von New York aufs College, seine langjährige Freundin Tiffany (Tiffany Henderson) jedoch in Austin. 1800 Meilen trennen die Beiden voneinander, doch Josh will Tiffany ein Video von sich schicken, leider packt Kumpel Rubin (Paulo Costanzo) das Falsche in den Umschlag. Denn dieses zeigt, wie sich Josh mit der hübschen Beth (Amy Smart) vergnügt und es darf auf keinen Fall in Tiffanys Hände fallen. Also machen sich Josh, Rubin, der ausgeflippte E.L. (Seann William Scott) und Schwachkopf Kyle (DJ Qualls) auf den langen Weg nach Austin. Die Fahrt dorthin ist von Pannen geprägt und wird immer mehr zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Bald ist auch noch Kyles Vater Earl (Fred Ward) hinter der Fahrgemeinschaft her.

Bei solchen Komödien auch noch eine ausgefeilte Story zu erwarten, wäre zuviel verlangt und auch die Qualitäten von "Road Trip" liegen deutlich woanders. Wer erinnert sich nicht an die ersten eigenen Urlaube, die man normalerweise mit seinen Kumpels gestaltet. Genau in diese Kerbe schlägt auch "Road Trip", obwohl es sich hierbei nicht um einen Urlaub, sondern um einen Notfall handelt. Aber es weckt trotzdem Erinnerungen, was auch ein wenig zum Gelingen dieser Komödie beiträgt. Die Charaktere sind uns auf Anhieb sympathisch, jedoch fehlt es gelegentlich am ernsten Unterton, es fällt einem somit sehr schwer die Figuren für voll zu nehmen. Josh ist der typische Filmteenie, er sieht gut aus, hat eine Freundin am Start und kommt mit fast jedem gut klar. Jedoch muss er in seiner nächsten Prüfung ein gutes Ergebnis erziehlen, oder er fliegt vom College. Das würde dem Assistenten des Professors gut gefallen, denn auch der ist in Beth verschossen. Dem stets übermütigen E.L. scheint alles egal zu sein, er lebt sein Leben mit maximalem Spass und sorgt mit seiner respektlosen Art für jede Menge Lacher. Rubin ist nur mit seinen Drogen im Gleichgewicht, aber ein helles Köpfchen, der sogar das Geheimzeichen einer schwarzen Studentenverbindung kennt. Kyle ist der Feigling der Truppe, welcher während des Trips auftaut und sich sogar eine Big Mama an Land zieht. Wäre da noch Barry (Tom Green) welcher in der Rahmenhandlung diese Geschichte ein paar zukünftigen College-Studenten erzählt und sich in seinen Erzählungen mit Rubins Boa auseinandersetzt.

Phillips lässt die ganze Chose ruhig beginnen, bis der eigentliche "Road Trip" beginnt, erinnert seine Komödie wirklich an "American Pie". Doch sobald die vier unterschiedlichen Charaktere zusammen in einem Auto gen Austin sitzen, nimmt das Gagfeuerwerk seinen Lauf. Natürlich läuft diese Fahrt alles andere als reibunglos und man stößt schnell auf die erste Hürde. Da wäre der Sprung über die Brücke mit anschließendem Totalschaden des Autos und auch das Bargeld wird knapp, womit man zu besonderen Methoden greifen muss. Da klaut man schon mal den Schulbus einer Blindenschule, spendet Sperma für Geld oder übernachtet bei einer schwarzen Studentenverbindung. Die Sache mit Kyles French-Toast oder der Besuch bei Barrys Großeltern sind absolute Brüller. Auch wenn der Humor durchweg brachial und eher pubertärer Natur ist, funktioniert hier jeder Gag. Dies ist aber auch dem spielfreudigen Junggemüse zu verdanken, bei denen zu dieser Zeit nur Seann William Scott dank seines Auftritts als Stifler richtig bekannt war. Von Breckin Meyer (Garfield - Der Film, Herby Fully Loaded), über Paulo Costanzo (Splinter, Abgezockt), bis hin zu Amy Smart (Crank, Mirrors) machen alle einen fantastischen Job.

Diese Mischung aus Teeniekomödie und Roadmovie funktioniert bestens, dank toller Darsteller und hoher Gagdichte. Da vermag die lahme Story, nebst einiger Geschmacklosigkeiten kaum noch ins Gewicht fallen. Ein superber Spass.

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