„Road Trip“ ist eine der besten Komödien, die im Zuge der von „American Pie“ losgetretenen Teeniefilmwelle entstanden.
Das Ithaca-College ist die Heimat vieler interessanter Gestalten: Obermacho E.L. (Seann William Scott), Außenseiter Kyle Edwards (DJ Qualls), Kiffer Rubin Carver (Paulo Constanzo) und Oberchaot Barry (Tom Green). Letzterer übernimmt als Langzeitstudent auch die Führung neuer Studenten über den Campus. Als sich diese langweilen, beginnt er eine Geschichte zu erzählen, in der auch die anderen eine Rolle spielen. Tom Green darf hier voll und ganz seine damalige Popularität ausnutzen und seine Verrücktheit in der Figur des Barry ausleben.
Ein weiterer Student, der mit Barry, E.L. und Rubin befreundet ist, ist Josh Parker (Breckin Meyer), der eine Fernbeziehung mit seiner Freundin Tiffany Henderson (Rachel Blanchard) führt, die in Austin in Texas studiert. Als er glaubt, sie würde ihn betrügen, hört auf den Rat seines lockeren Freundes E.L. und verbringt eine Nacht mit Beth Wagner (Amy Smart), die sie sogar noch auf Video aufzeichnen. Zwar spielt der Film mal wieder mit einigen Klischeevorstellungen vom Collegeleben, aber dennoch ist er schon hier sehr witzig, was auch mal wieder an den respektlosen Art von Seann William Scott liegt.
Am nächsten Morgen erfährt Josh, dass Tiffany nur wegen des Todes ihres Großvaters nicht erreichbar war. Unglücklicherweise haben seine Freunde das Sex-Video anstelle seiner allwöchentlichen Videobotschaft an Tiffany verschickt. Um das Video wiederzubekommen, fahren Josh, E.L., Rubin und Kyle, dessen Auto sie benötigen, die ungeheure Strecke nach Austin zu einem ganz besonderen „Road Trip“...
Sicherlich ist die Story von „Road Trip“ nicht die allerbeste, sondern mehr eine Folie für die zahllosen Gags, aber wirklich ausgefeilte Storys erwartet man hier ja auch nicht. So kann höchstens die ein oder andere Wendung gegen Ende überraschen, am guten Ende der ganzen Sache besteht aber trotz aller Fehlschläge der Hauptfiguren kein Zweifel. Längen treten nicht nur dank der eher kurzen Laufzeit und des recht hohen Tempos keine auf, sondern auch wegen der hohen Gagdichte.
Hier lässt sich „Road Trip“ jede Menge Verrücktheiten einfallen, die um einiges abgefahrener ausfallen als bei realistischen Genrevertretern wie „American Pie“. So begegnen die Jungs allerlei Freaks (z.B. der Motelvermieter), kommen in haarsträubende Situationen (z.B. der Brückensprung) und dürfen sich wie die Axt im Walde aufführen (einer Blindenschule den Bus klauen usw.). Hinzu kommen noch tonnenweise dumme oder coole Sprüche (der Arschvergewaltigungs-Spruch ist der Oberhammer), die ähnlich wie der Slapstick sehr gut getimet sind und immer Lachen hervorrufen.
Kritik gibt es an sich nur wenig, wobei es sich meist um Kleinigkeiten handelt. Zum einen sind die Figuren in der ganzen Freakshow nicht wirklich ernst zu nehmen im Gegensatz zu den „American Pie“-Charakteren, so dass man hier keine solche Sympathie für sie aufbaut und sie mehr Witzfiguren bleiben. So bleibt trotz des kleinen Lovestory-Anteils eine reinrassige Komödie, die bei mehrmaligem Sehen nie so witzig ist wie beim ersten Mal, aber selbst dann noch köstlich unterhält. Große Gesellschaft ist natürlich immer zu empfehlen (im Kino ist der Film ein Oberbrüller).
Die meisten Darsteller sind allesamt recht unbekannt und haben bis auf Seann William Scott auch nach „Road Trip“ keine wirklich großen Rollen gespielt. Dennoch sind sie allesamt sympathisch und agieren auf gutem Comedy-Niveau. Hier kann natürlich Seann William Scott vor allem glänzen. In Nebenrollen sind auch Fred Ward und Regisseur Todd Phillips (der auch vor sich selbst keinen Respekt hat, wie sein Auftritt beweist) zu sehen.
Alles in allem ist „Road Trip“ eine herrlich Komödie für gesellige Abende, auch wenn aufgrund des fehlenden Realismus nicht ganz die „American Pie“-Sympathie erreicht wird.