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"Ambushed" ist eine Produktion des reichsten Fernsehsenders der Welt, nämlich HBO. Somit erklärt sich auch die Verpflichtung zahlreicher namhafter Darsteller, auch Regisseur Ernest R. Dickerson (Surviving the Game, Ritter der Dämonen) ist kein unbeschriebenes Blatt.
Die Thematik über Rassismus und Vorurteile gegenüber dunkelhäutigen Menschen in den Südstaaten ist eine heikle Sache, besonders eindringlich von Alan Parkers "Mississippi Burning" geschildert. So in die Tiefe geht "Ambushed" natürlich nicht, dennoch weiß Autor Andrew Miles seinen an sich gängigen Plot damit aufzuwerten.
Dabei geht es um die Ermordung von Jim Natter (William Sadler), dem Oberhaupt einer Neonazigruppe. Sein Sohn Eric (Jeremy Lelliott) ist der einzige Zeuge, den ausgerechnet der schwarze Cop Jerry Robinson (Courtney B. Vance) beschützen soll. Gejagt von einem Killerkommando und der Polizei kommen sich die Beiden trotz Erics Vorurteile näher.
Und gerade hier funktioniert "Ambushed" wirklich gut, Dickerson fährt eine glaubwürdige Schiene, wie Eric seine vom Vater falsch vermittelten Werte in der Gesellschaft anbringt. Manchmal kann man wirklich nur den Kopf schütteln, was für Phrasen hier fallen, obwohl Eric im Endeffekt nicht mal etwas dafür kann, weil ihm das ja eingetrichtert wurde.

Nun muss sich Eric ausgerechnet auf einen schwarzen Polizisten verlassen, anfängliche Streitereien zwischen den Beiden sind vorprogrammiert. Doch den restlichen Plot hat man schnell durchschaut, der eigentliche Mörder von Natter ist zu schnell entlarvt. Dennoch sorgt die aussichtslose Situation, in der sich Jerry befindet für Spannung. Angeblich deutet alles darauf hin, dass er zwei seiner Kollegen erschossen hat, darunter auch seinen Partner Mike (William Forsythe). Gejagt von der Polizei und diversen Killern kann er sich nur noch auf seine Kollegin Lucy Monroe (Virginia Madsen) verlassen, die auch einen korrupten Kollegen bei der Polizei entlarvt. Doch Lucy räumt man zu viel Screentime ein, anstatt sich mehr auf Jerry und Eric zu konzentrieren.
Das Ganze ist durchweg solide, auch hat man Jerry noch eine tragische Vergangenheit verpasst, doch an was es "Ambushed" mangelt ist Action. Hier scheint man wirklich auf dem Spartrip gewesen zu sein, denn außer einigen Shootouts sieht es mau aus. Sachschäden halten sich in Grenzen und der letzte Schliff fehlt leider ganz. Der Film hätte diverse Höhepunkte nötig gehabt, um es in die Oberliga zu schaffen.

So darf man sich aber auf glaubhafte Darsteller freuen, besonders Jungdarsteller Jeremy Lelliot (Driftwood, Gacy) sticht da heraus. Desweiteren ist "Ambushed" mit viel Prominenz gesegnet, denn neben Courtney B. Vance, William Forsythe und Virginia Madsen, sind auch Robert Patrick, Bill Nunn und William Sadler zugegen.
Gerade deswegen ist es auch schade, dass "Ambushed" nicht ganz die Kurve kriegt, es fehlt wirklich nicht viel.
Die Action konzentriert Dickerson in der zweiten Halbzeit, außer die Ermordung Natters und der Überfall auf die Beschützer von Eric könnte die erste Hälfe ruhig etwas mehr Tempo vertragen. Vom Showdown erhofft man sich auch etwas mehr, aber man ist ja auch bemüht einen gewissen Realitätsgrad zu bewahren.

"Ambushed" ist kein schlechter Film, doch aufgrund der namhaften Darsteller schien das restliche Budget zu klein gewesen zu sein. Höhepunkte konnte man sich nicht mehr leisten, die Action läuft etwas auf Sparflamme, was dank der guten Darsteller nicht allzu stark ins Gewicht fällt. Die Rassismus Thematik wird ganz gut abgearbeitet, während die restliche Story von gängiger Natur ist. Alles auf gutem Niveau, aber es fehlt das gewisse Etwas.

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