Review
von Leimbacher-Mario
Dino Crisis
Das können die doch nicht ernst gemeint haben... oder? „Future War“ ist ein Bodensatz-Potpourri aus allen möglichen Vorbildern - von „Cyborg“ über den PSOne-Klassiker in der Überschrift bis hin zu „Terminator“. Nur auf dem Niveau der „Super Mario Bros.“-Films. Nein, eigentlich noch weit darunter. Derart mies, dass es schon wieder köstlich unterhaltsam und witzig ist. Selbst wenn man eher über als mit diesem Cheeseball lacht. Was für ein glorreiches Desaster. Mit Ansage und Arschbombe. Es geht um einen entlaufenen menschlichen Sklaven aus der Zukunft, den einige Cyborgs inklusive deren Dinos (!) durch die Zeit ins heutige Los Angeles verfolgen...
Grössenvariable T-Rexe treffen auf hunderte Pappkartons, ein schamloser „Terminator“-Rip-Of-Score trifft auf einen schlechten Van Damme-Imitator, the one and only Robert Z'Dar trifft auf ein einseitiges Skript. Und damit meine ich nicht Abwechslung oder Facettenreichtum, sondern, dass die Handlung wirklich auf eine Seite passt... Das ist schwer zu bewerten, das ist dämlich bis es weh tut und dann wieder gut tut. Puh. Ich bin durch. Da denkt man, in einer Woche mit surfenden Nazis und einem weihnachtlichen Monsterelf könnte nichts mehr kommen, was einen umhaut und die Sprache verschlägt - und dann kommt dieser prachtvolle Future Man und haut dem Bodensatz die Zähne aus. Und das von 1997, unfassbar. Dagegen sehen Dinger wie „Trancers“, „Dollman“ oder „Iron Sky“ (der viele Gemeinsamkeiten hat!) noch aus wie wahre Meisterwerke der Filmkunst. „Future War“ ist eine glorreiche Peinlichkeit, wie gemacht für zynische Audiokommentare oder die Jungs und Mädels von MST3K oder RedLetterMedia. Darüber kann man sich nur beömmeln, hier sitzt nichts an der richtigen Stelle. Und dafür kann man diesen Schmu durchaus ins Herz schließen. Das ist kaum mit normalen Maßstäben messbar. Dem könnte ich auch eine 8/10 geben. Kein Witz. Selten so gelacht. Durchgehend. Von zweifelnden Nonnen und geklauten Ideen, von Plastikdinos und misslungenen Hommagen, von Spargeltarzan bis Megakiefer. Das hat der Welt noch gefehlt. Ein klares Vorbild von „Kung Fury“ und Co., nur in weitestgehend unbewusst unterirdisch. Da wüsste selbst Ed Wood nicht, wie ihm geschieht.
Fazit: einer der schlechtesten Filme, auf die man stoßen kann. In seinem ganzen Leben. Und dennoch zum Schreien komisch. Eine neuzeitliche Trashgranate vom allerfeinsten. Wow. Holy Moly Ravioli. Da steckt alles drin - nur kein guter Film... Aber dennoch höllisch unterhaltsam. Weil unterirdisch schlecht. Unfassbar. Geil. Zumindest als Parodie und Lachnummer. Nicht von der Wertung beirren lassen. Für Trashlover ist das eine Hochzeitstorte!