Nobody reitet mit gewohntem Humor durch sein zweites, etwas schwächeres, Abenteuer
Story:
Nobody ist ein gerissener, großmäuliger Halunke der mit seiner Pistole exzellent umgehen kann. Mit seinem Freund „Lokomotive“, mit welchem er sich ewig streitet plant er einen großen Coup. Sie wollen einem Fortkommandanten 300.000 Dollar abnehmen. Dieses Geld sollte eigentlich den Indianern zur Unterstützung dienen. Der Kommandant lässt also schnell den Indianerstamm ausrotten und schickt Killer um den Überprüfer Colonel Pembroke zu töten. Nobody verkleidet nun Lokomotive, so dass er Pembroke verteufelt ähnlich sieht. Leider wurden sie verraten. Lokomotive wird nebst Freundin eingesperrt. Doch Nobody findet immer einen Ausweg..
Leider reicht die Fortsetzung nicht an das Original heran. Das mag zum einen daran liegen, dass dieser Film in der Originalfassung kein „Nobody“ ist. Terence Hills Name ist Joe Thanks. Somit existiert die Fortsetzung nur in Deutschland. Die Story hat einen auch nicht von den Socken, so dass die Stärken des Films bei den Hauptdarstellern und den Dialogen liegen. Der Verlauf ist recht vorhersehbar und wird nur von ein paar exzentrischen Charakteren (Klaus Kinski, Raimund Harmstorf) aufgepeppt. Reicht leider nicht an das Vorbild heran.
Musik:
Ennio Morricone war wieder am Werk. Deutliche Parallelen zur „Mein Name ist Nobody“ Musik sind unverkennbar. Wieder dominiert die übertrieben kitschige und fröhliche Musik. Sie unterstreicht, dass der Film als Komödie aufgefasst werden sollte.
Atmosphäre:
Der Film beginnt recht hart mit dem Überfall einer Ranch mit Todesfolge. Hier erwartet man bei weitem keine Westernkomödie. Nach der Introszene schlägt der Film aber eine andere Richtung ein. Der müde Nobody purzelt aus der Kutsche um erst mal seine One-Man-Show abzulassen und eine Gruppe Männer zu verarschen. Als erstes duelliert er sich übertrieben locker mit einem Revolverhelden (Klaus Kinski), der auch schnell den kürzeren zieht. Leider verflacht der Western danach ein wenig. Es mangelt ein wenig an Spritzigkeit. Wo im Vorgänger noch Henry Fonda und Terence Hill den Film mit zynischen Dialogen und Sprüchen dem Film füllten, muss hier Hill allein das Zepter schwingen. Leider gelingt ihm das nicht vollständig. Dafür darf man sich dann über etwas härtere Schiessereien freuen.. Der rechtschaffende Nobody holt also das Geld zurück und gibt es den Indianern. Vorher muss er sich aber noch auf recht spektakuläre Weise mit seinem Freund Lokomotive schlagen. Der hätte das Geld ganz gern für sich......
Schauspieler:
Terence Hill findet sich hier in seiner Nobody-ähnlichen Rolle sofort zurecht. Mit seiner ewig großen Klappe und seinen herrlichen Tricks liebt man ihn wie eh und je. Das kalauern hat er drauf. Einmal mehr wird das hier bewiesen.
Ganz nett sind auch die Gastauftritte von Klaus Kinski als böser Revolverheld und Raimund Harmstorf als böser Soldat. Leider fehlt dem Film aber das gute oder böse Gegenstück zu Terence.
Fazit:
Für Fans sicherlich sehenswert. Leider reicht er aber nicht an „Mein Name ist Nobody“ heran. Das mag an der etwas unmotivierten Story liegen oder an der schlecht besetzten Figur „Lokomotive“. Musik ist aber wieder gut. Wer den 1. Teil mochte wird auch mit dem 2. zufrieden sein. Nette Westernkomödie, knapp über dem Durchschnitt.