Ich wage mal, mich als Monty-Python-Kenner und -Liebhaber zu bezeichnen, ich kann diesem Film aber gerade vor dem Hintergrund der genialen vorigen Werke nicht so viel abgewinnen. Während im Leben des Brian ein genialer Kosmos skurriler Typen entworfen wurde, der zudem vor dem Hintergrund der tatsächlichen Altertumsgeschichte intelligenter ist als mancher Historienfilm, wird hier eigentlich nichts getan, als die Artusgeschichte im buchstäblichsten Sinne in den Dreck zu ziehen. Eine Parodie sollte eigentlich mehr bieten, als die Abneigung des Verfassers über das Objekt der Parodie erkennbar zu machen. Ich kann es nicht ganz verstehen, warum sich viele Leute so daran erfreuen, daß z. B. beim Franzosenschloß in epischer Breite mit dümmsten Beschimpfungen gegen die Ritter vorgegangen wird und dann in logischer Konsequenz Kübel mit Exkrementen u. ä. ausgeschüttet werden. Das ist für mich kein Humor mehr. Genau bei diesem Exkrementalniveau setzt dann die deutsche "Übersetzung" an. Hier wird echt ohne jeglichen Bezug zum Originaltext mit Kalauern und Flachwitzen der untersten Schublade ein ohnehin schon nicht hervorragender Film endgültig ruiniert, was man auch ohne den Vergleich mit dem Original merkt. Schließlich kann sich jeder denken, daß in der englischen Originalfassung weder der "FC Bayern" noch das Lied "O du schöner Westerwald" vorkommt. Wenn es im O-Ton über das Schloß Camelot heißt: "It's a silly place", dann hören wir anstatt dessen in der dt. Fassung: "Der Fernsehempfang ist dort zu schlecht". Wenn die Hexe nach ihrer "Entlarvung" den Python-Standardsatz "It's a fair cop" sagt, heißt es in der dt. F.: "Mir wird schon ganz warm ums Herz." U. S. W. Wie müssen die Verfasser dieser Zoten den Film gehaßt haben, frage ich mich. Allerdings kommen viele Flachwitze, die man zunächst diesen Knallis zuschreiben will, leider im Original ebenso vor, in erster Linie die dämlichen Franzmann-Pöbeleien und die Sexsprüche der Schloßdamen mit dem Leuchtturm.
Eine weitere Schwäche des Films ist, daß er teilweise "Life of Brian" kopiert. Die politisierte britische Landbevölkerung erinnert fatal an die "Volksfront von Judäa", und die Hexenszene ist ein ziemlich lauer Neuaufguß der Steinigungsszene aus "L. O. B.". Überhaupt werden alle Figuren als oberdämlich dargestellt und bei jeder Gelegenheit lächerlich gemacht, was irgendwann nicht mehr besonders lustig ist.
Andererseits kann man nicht leugnen, daß dieser Film immer noch lustiger als fast alle anderen existenten Komödien ist, zumindest wenn man den makabren Python-Humor mag. Der schwarze Ritter und der verweichlichte Sohn des Burgherrn sind schon genial ausgedacht, ebenso wie die Ritter, die immer [...] sagen (ich will euch hier damit verschonen), und man könnte hier noch viel mehr aufzählen. Also empfohlen sei der Film durchaus, aber (obwohl ich keiner von diesen eingebildeten O-Ton-Fetischisten bin) bitte, bitte im Original ggf. mit Untertiteln anschauen.