kurz angerissen*
Femme-Fatalismus aus Deutschland mit einer Ausstattung irgendwo zwischen Lynchs „Lost Highway“ und Hitchcocks „Das Fenster zum Hof“ – das kann natürlich nicht umfassend gelingen, ist aber als kleiner Sprung aus der Unrockbarkeit des heimischen Genrefilms durchaus positiv zu bewerten.
Der Nachbarsthriller läuft letztendlich wieder auf globale Muster hinaus, spielt vor allem mit Machtverhältnissen und Manipulationsmechanismen, verwendet als Grundlage aber immerhin eine aktuelle Problematik deutscher Universitätsgroßstädte, das Mietraumproblem, und verfolgt somit immerhin einen eigenen Ansatz. Grzegorz Muskala fühlt sich von Symbolen, hier insbesondere symbolischem Farbeinsatz, magisch angezogen; rote Wände und gelbe Regenmäntel ragen gellend aus der sonst trist gefilmten Szenerie heraus. Die Architektur der Wohnung mitsamt eingezogener Wand und einem Flur, der absurderweise lediglich zu einem Sessel mit Bild führt, spielt gesondert in das Unbehagen ein, das durch eher ungewöhnliche Kameraperspektiven noch verfeinert wird.
Katharina Heyers Ausstrahlung als mysteriöse Frau von Nebenan entspricht wiederum nicht dem typischen Bild, was ihre Performance nicht uninteressant wirken lässt; man muss hier wohl ähnlich wie bei Hauptdarsteller Vincent Redetzki von Geschmackssache reden.
Wie schon „Stereo“ ein wichtiger Schritt raus aus der Verzagt- und Verzahntheit der deutschen Filmlandschaft, auch wenn man derzeit im internationalen Vergleich noch etwas unbeholfen wirkt.
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