Mark Ruffalo spielt einen Familienvater, der unter einer bipolaren Störung leidet. Er verliert seinen Job und macht eine Therapie, während seine Frau, gespielt von Zoe Saldana, für die beiden Töchter und ein geregeltes Einkommen sorgt. Da der Verdienst trotz harter Arbeit nicht ausreicht, beschließt sie, noch einmal in New York zur Uni zu gehen. Das funktioniert jedoch nur unter der Voraussetzung, dass der soeben von seiner Therapie heimgekehrte Gatte trotz seiner psychischen Probleme die beiden Kinder hütet. Der willigt ein und versucht, den Alltag der Kleinfamilie im Rahmen seiner Möglichkeiten zu managen.
Obwohl Maya Forbes, Autorin und Regisseurin von „Infinitely Polar Bear“, mit ihrer Schwester tatsächlich bei ihrem bipolar gestörten Vater lebte, während ihre Mutter in New York studierte, fühlt sich der von ihren Erlebnissen inspirierte Film nur selten wirklich authentisch an. Zu sehr zwängt Forbes ihre Geschichte in das Korsett eines Feel-Good-Movies, das über traurige Ereignisse, über emotionale Tiefen, zügig hinwegschreitet und vor allem darauf aus ist, die Laune seiner Zuschauer zu heben. Es hätte ja nicht gleich ein Dokumentarfilm sein müssen, aber etwas mehr psychologischen Tiefgang hätte der Film durchaus vertragen.
Darüber spielt der sympathische Mark Ruffalo, der hier noch vor seinen starken Auftritten in „Foxcatcher“ und „Spotlight“ ein ungeahntes darstellerisches Talent andeutet, immerhin einigermaßen hinweg. Er zeigt die bipolare Störung glaubhaft, genauso, wie Zoe Saldana und die beiden liebenswerten Filmtöchter zu überzeugen wissen. Jenseits der guten Darstellerleistungen ist die kurzweilige Erzählweise ein großes Plus, allerdings verfügt der Film über keine einzige Szene, die wirklich herausragen und ihn über das Mittelmaß hieven würde.
Fazit:
Maya Forbes hat aus ihrem biographisch geprägten Drama „Infinitely Polar Bear“ ein seichtes Feel-Good-Movie gemacht, obwohl deutlich mehr drin gewesen wäre.
51 %