Review

kurz angerissen*


Schmuggler enttarnen wie in „...und der Schmugglerring“, durch den Urwald waten wie in „... und der Dschungelprinz“, sich im Ring austoben wie in „...und der Wettbetrug“ - obwohl die Story von „Mr. Moto und die geheimnisvolle Insel“ ursprünglich auf dem Roman „Murder in Trinidad“ basiert, der 1934 zunächst mit Nigel Bruce verfilmt wurde und eigentlich für einen weiteren Charlie-Chan-Streifen auserkoren war, schaut sie sich im Moto-Universum wie ein Best-Of der einprägsamsten Momente in der abwechslungsreichen Karriere des japanischen Detektivs.

Das bedeutet natürlich auch, dass nicht mehr viel Neues geboten wird in der Reihe, die nun bereits sämtliche Ablenkungsmanöver und alle Varianten der verschleierten Kriminalität durchexerziert hat. Die von Peter Lorre entworfene Hauptfigur hat allerdings auch durch ihren exzessiven Einsatz (acht Filme in drei Jahren) keinen Deut an Faszination verloren. Es macht immer noch einen Heidenspaß, die mimischen Veränderungen in seinem ausdrucksreichen Gesicht zu beobachten, während den Nebenfiguren langsam dämmert, welche Spielchen er mit ihnen treibt.

Nach Unterhaltungsgesichtspunkten gewertet spielt das siebte Moto-Abenteuer jedenfalls im oberen Bereich mit. Gleich zu Beginn sieht man Moto im Publikum eines Ringkampfes, als er der Dame zu seiner Rechten versichert, dass ein solcher Kampf zu großen Teilen aus Show besteht. Der Schnitt entlarvt erst danach, dass Moto so nah am Ring sitzt, dass die Wrestler seine Ausführungen mitbekommen und sich einer von ihnen darüber chauffiert. Sekunden später findet sich Moto selbst im Ring wieder und zeigt, dass er nicht nur Experte im Schauspiel ist, sondern auch im Körpervollkontakt.

Der bewährte Jiu-Jitsu-Schulterwurf wird fortan nicht nur ein häufig angewendeter Running Gag des Films, sondern auch Teil des Verbrüderungsrituals mit Twister McGurk, demjenigen Wrestler, der von Motos Einmischung profitierte. Warren Hymer legt ihn ähnlich tollpatschig an wie Max Rosenbloom seinen Boxer ein Jahr zuvor in „Mr. Moto und der Wettbetrug“. Moto hat also diesmal einen gutmütigen Trottel als Sidekick an seiner Seite, der seinem Partner geistig und akrobatisch unterlegen ist, jedoch durch seine Gutmütigkeit und Loyalität hilfsbereit zur Seite steht. Möglicherweise erklärt Hymers Präsenz den Umstand, dass Lorre diesmal nicht gefordert ist, zeitweise in die Rolle des höflich-naiven Klischee-Asiaten zu schlüpfen, um seine Widersacher abzulenken; dazu hat er ja schließlich nun seinen Assistenten.

So witzig es auch anzusehen ist, wie der Schmugglerring zerschlagen wird, so sehr bleibt Neu-Regisseur Herbert I. Leeds letztlich in den Basics verhaftet. Sofern man sich aber damit arrangieren kann, dass der Hut mit Überraschungen inzwischen vollständig ausgeräumt ist, eignet sich auch dieser Moto-Fall als ideales Futter für ein nostalgisches Double Feature.



*weitere Informationen: siehe Profil

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