Review

kurz angerissen*



Eine Lektion aus großen Worten eröffnet den Fall, eine weitere redselige Lektion schließt ihn ab. Ist es etwa ein Lehrkörper, den wir diesmal in sein Abenteuer begleiten? Jedenfalls sehen wir diesmal nicht etwa Mr. Moto, der in die Gestalt anderer Personen schlüpft. Vielmehr schlüpft nun Charlie Chan in die Gestalt von Mr. Moto, um die eigenen Weisheiten in in Form von Sprichwörtern an den Zuschauer zu tragen. Ursprünglich nämlich als Charlie-Chan-Abenteuer konzipiert, bleibt „Mr. Moto und der Wettbetrug“ spürbar im Theoretischen verhaftet, auch wenn mit dem Boxsport ein Milieu zum Schauplatz erklärt wird, in dem es mit geschwungenen Fäusten zur Sache geht. Ein klassisches Einsatzgebiet des Kriminalfilms, das die Action ins Scheinwerferlicht verlagert, um heimlich den Fokus auf den unbeleuchteten Rand zu werfen, wo man als Detektiv die wahren Geheimnisse aufdecken kann.

Peter Lorre selbst bleibt demzufolge diesmal auch im flügellahmen Geltungsrahmen seiner Kollegen Chan oder auch Holmes gefangen und begnügt sich mit deduktiven Schlussfolgerungen, anstatt die Widersacher wie üblich mit Verkleidungen, artistischen Einlagen und moralisch fragwürdigen Entscheidungen zu verblüffen. Einmal lässt er sich zu seinem Schulterwurf hinreißen, ansonsten bleibt der Sitzplatztausch beim Boxkampf das akrobatische Highlight des Detektivs, der lieber mit einer Aura des Allwissenden im Hintergrund verweilt und beobachtet, was vor sich geht.

Dass es sich - trotz des Fehlens der typischen Moto-Trademarks – unter den konventionellen Kriminalfilmen dennoch um einen der besseren handelt, ist vor allem einigen Figuren aus dem Umfeld Motos anzurechnen. Vor allem das Doppel Keye Luke (in seinem einzigen Auftritt als Lee Chan außerhalb der Charlie-Chan-Reihe) und Boxer-Schauspieler Maxie Rosenbloom sorgt für eine Abfolge wunderbarer Running Gags und komödiantischer Verstrickungen, wobei insbesondere Letzterer als Kleptomane mit selbsttherapeutischen Absichten so manchen Lacher auf seiner Seite hat. Erfreulich außerdem der kleine Gastauftritt von Lon Chaney Jr.

Sofern man verschmerzen kann, dass Peter Lorre bedingt durch das adaptierte Drehbuch an der kurzen Leine gehalten wird, ist also auch „Mr. Moto und der Wettbetrug“ ein nettes Vergnügen, das mit reichlich Wortwitz, einem stringenten Erzähltempo, moderater Spannung und einem starken Ensemble an Nebendarstellern bei der Stange hält.



*weitere Informationen: siehe Profil

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