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7 Jahre nachdem sie versucht hat sich und ihren Bruder im Feuer zu töten, kehrt Agatha Weiß (Mia Wasikowska) aus der Psychiatrie nach Los Angeles zurück. Auf Vermittlung ihrer Freundin Carrie Fisher wird sie die Assistentin des ehemaligen Filmstars Havana Segrand (Julianne Moore). Nebenbei beginnt sie eine Affäre mit einem Möchtegern-Autor und Schauspieler (Robert Pattinson)…

Der kanadische Regisseur (und Gelegenheitsschauspieler) David Cronenberg (geb. 1943 in Toronto) beginnt seine erfolgreiche Karriere mit Science Fiction- und Horrorfilmen („Crimes of the Future“ 1970, „Die Brut“ 1979, „Die Fliege“ 1986), bevor er sich später anspruchsvollen Dramen und Literaturverfilmungen („Naked Lunch“ 1991, „A History of Violence“ 2005, „Eine Dunkle Begierde“ 2011) widmet. Mit „Maps to the Stars“ rechnet er 45 Jahre nach seinem ersten Spielfilm („Stereo“ 1969) mit Hollywood und den Mechanismen der Filmindustrie auf die ihm höchst eigene Weise ab. In der „Traumfabrik“ werden Stars gemacht und wieder fallen gelassen, wie ein arroganter Jungdarsteller (großartig widerlich: Evan Bird), der schon als 13-jähriger mehrere Drogenentzüge hinter sich hat und dessen Karriere schlagartig endet, als er beinahe seinen 10-jährigen Co-Star erwürgt, und eine ehemalige Diva, die heute nicht mal eine Nebenrolle ergattern kann und von Visionen ihrer verstorbenen Mutter geplagt wird. Julianne Moore („Vergessene Welt: Jurassic Park“ 1997, „The Big Lebowski“ 1998) erhält für ihre ergreifende Darstellung in Cannes die Goldene Palme als beste Darstellerin 2014. Auch Robert Pattinson sorgt mit seinem Spiel, wie im zuvor entstandenen „The Rover“ (2014), dafür, dass ihn bald niemand mehr mit halbgaren Teenie-Gruslern in Verbindung bringen wird und der australische Darstellerin Mia Wasikowska („Only Lovers Left Alive“ 2013) steht bei genauerem hinsehen der Wahnsinn ins Gesicht geschrieben. Ihre Rolle ist dann auch verantwortlich für das in vielfacher Hinsicht traurige und zerstörerische Ende der Geschichte.
David Cronenberg erweist sich wieder als Meister der Schauspielerführung und präsentiert eine bittere Satire auf das moderne Hollywood. (8/10)

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