Review

Seltsam aus Raum und Zeit gefallener, im höchsten Maße törichter und dadurch fast schon wieder interessanter Actionfilm, der von seiner Art und Weise eher in die Ära des letzten Jahrhunderts, vorzugsweise neben dortigen Produkten wie The Golden Nightmare (1999), (speziell) Stone Age Warriors (1992), Teile von Satanic Crystals (1989)  oder gar noch weiter zurück zu The Magic Curse (1977) gehört. Theoretisch wäre hier wie dort alles vorhanden, was das große Herz des Abenteuerlustigen begehrt; eine ruhmreiche Location, die sich nach den Aussagen der Beteiligten von der Seltenheit und Gefährlichkeit her gleich neben dem Himalaya, dem Marianengraben und dem Nordpol bewährt, dazu ein Söldnertrupp der überaus skrupellosen Sorte, ein Eingeborenenstamm und eine zur Gegenwehr bereiten Frauencombo, die keinerlei Mittel und körperlichen Reize zum Kampf gegen das Unheil scheut. Dazu und für das Marketing schlagkräftig gleich drei befähigte Martial Arts Recken, die bisher oft nur aus der zweiten Reihe, dort aber immerhin schon länger und auch in namhaften Produktionen und so auffallend und hilfreich für allerhand Kung Fu- (und Wirework)Einlagen agieren. Gerne infantil und blutdürstig sowie ein Showdown zur Martin Böttcher - Referenz:

In Begleitung des ehemaligen Elitesoldaten Wang Laoying [ Collin Chou ] streifen die miteinander eng befreundeten Bai Xue [ Yu Nan ], Ta [ Mavis Pan ], Yanyan [ Patricia Hu ], Tongtong [ Wu Jingyi ] und Bai Xues Cousine Dingdang [ Wang Qiuzi ] als Rucksacktouristen durch die Weltgeschichte, was sie auf der nächsten Exkursion in den noch großteils unberührten Kena Jungle irgendwo in Südostasien führt. Dabei stoßen sie auch auf den scheinbar eine Dokumentation leitenden Dennis [ Andy On ], der allerdings insgeheim einen Söldnertrupp auf der Suche nach Edelmetallen anführt, und unwissend davon wiederum vom Reiseführer und Ortskundigen Sen [ Xing Yu ] geführt wird. Als die wahre Absicht der Söldner zutage tritt, sich der im Urwald lebende Eingeborenenstamm mit ihrer Wahl der Waffen dagegen wehrt, und entsprechend eine Nachhut der Privatarmee unter Leitung von 'Black Dragon' [ Kohata Ryu ] eingeflogen wird, geraten auch die Mädels in höllische Gefahr.

Seeing is believing.
Dass der Film nicht ganz helle und eher für die schlichten Gemüter, zu wilder Lachlust und Fremdscham angesichts von Skript und Dialogregie und Effekten neigend ist, merkt man dabei schon in der gleich ersten Einstellung und dem geradezu peinlichen voice over an sich. Ein horrendes Dubbing vieler der Beteiligten. dazu unausgegorenes Englisch, dass die Internationalität vortäuschen soll und dem es an richtiger Grammatik in allen Sätzen fehlt, leitet die Geschichte ein und begleitet die Figuren auf ihrem abenteuerlichen Trip. Wichtig ist das Gesagte und so auch das Erzählte dabei natürlich und Gott sei Dank für den Fortgang aber nicht, geht es schlichtweg um die Anleierung einer Konfrontation, zu dessen Nutzen man die verschiedenen Parteien nun erstmal vor- und dann auch gegenüber stellen muss. Irgendwo gefangen im unergründlichen Nichts, zwischen dramaturgischen Trauerspiel und angesichts der fähigen Mitstreiter Ngai Sing, Andy On und Xing Yu und ihrer unrhythmischen Zweikampfdemonstration (mit schiefen Schnitt und Drahteinsatz) auch Triebverzicht, aber gänzlich abseits von sicherer und langweiliger Konventionalität.

Im Mittelpunkt des wilden Szenarios, dass immerhin an frischer Luft und inmitten der grünen Natur angesiedelt und so einmal viel blühende Landschaft und fremde Länder "irgendwo in Südostasien" präsentieren lässt, stehen dabei The Five [vorläufiger Arbeitstitel], die wie in einem besseren Pilotfilm als fünf Freundinnen mit Multitalenten und gleichen Interessen als Weltverbesserer im Zeichentrickstil eingeführt werden. So richtig interessieren tun die Mädels, ob nun in ihrer Fantasiekleidung, die mehr Haut zeigt als versteckt oder gleich zweimal im Bikini dennoch nicht; blasse Darsteller mit noch blasseren Charakteren, die optisch schon nicht schlecht dastehen, aber überaus unauffällig und abgesehen mal von 'Miss Pouty Lips' Yu Na die Rede nicht wert sind. Tatsächlich mit Ruhm bekleckern sich die Herren der Gesellschaft allerdings auch nicht, auch wenn wenigstens deren Talente in on screen fighting später gefragt sind und auch dargebracht werden, der komplette Rest der Handlung aber genauso chargiert und wie geistesabwesend in der Gegend herum grimassiert und Urlaute von sich gegeben wird.

Eine Illusion von Film, eine Wahnidee mit Eier-Wettessen, Tigerfraß, Baummonstern, Stammestänzen, Giftpilzen und tödlichen Kletterpflanzen, deren Beweggründe der Macher dahinter erst einmal begründet werden muss, ist das Gebotene doch oft lächerlich bis gar seltsam absurd, scheint aber ernst genommen werden zu wollen und hat gar Anliegen wie den Schutz der Natur und von Minderheiten und Anklagen gegen Gewalt und Ausbeutung zu bieten. Ähnlich große Ziele hat das Werk während der Vorbereitung zum und der Arbeit am Dreh auch noch verfolgt, als Chinesisch-Thailändische Kollaboration, die bereits Sommer 2012 an den Start in den Kinos gehen sollte, aber über mehr als ein Jahr verschoben wurde und dann sang- und klanglos unterging. Angelegt zwischen ausgelassenen Nonsens, mancher Brutalität und schneller Aktion wird der Anwendungsbereich eines Dschungelkleinkrieges inszeniert, indem Schnellfeuerwaffen und Granatbeschuss per Hubschrauber gegen archaisches Gerät wie Blasrohre, Sperre, und eifrige Hand- und Beinarbeit im Gefechte stehen. Choreographiert vom Veteranen auf diesem Bereich, dem im Hong Kong Kino erfahrenen, aber auch schon einmal bessere Tage habenden Ma Yuk-shing, der bei Ausbruch der Intensitäten aber nichtsdestotrotz (wenn auch abgehackt wirkende) Bewegungen in die sonst steifen Schauspieler und einige kleinere Aufmerksamkeiten, wenigstens dann im Finale furioso auf die Leinwand bringt.

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