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Nachdem Luc Besson (Nikita) bereits mit "Kiss of the Dragon" den europäischen und asiatischen Film erfolgreich vereint hat, wollte er mit "The Transporter" einen erneuten Versuch starten. Leider kann der Film trotz eines charismatischen Hauptdarstellers und gut choreographierter Action nicht ganz den Erwartungen gerecht werden. Hier liegt es allerdings nicht nur an Luc Bessons fadem Drehbuch, wie das kürzlich in "Die purpurnen Flüsse 2" der Fall war.

Ex-Soldat Frank (Jason Statham) arbeitet als Kurierfahrer. Seine Spezialität: illegale Ladungen. Als eiskalter Profi folgt er einem eisernen Codex. Regel Nr.1: Stelle keine Fragen! Regel Nr. 2: Öffne niemals ein Paket! Regel Nr. 3: Wenn du eine der beiden Regeln brichst, bist du tot! Doch als er bei einem seiner Transportdienste aus dem Kofferraum plötzlich Geräusche hört, verstößt er erstmals gegen die zweite Regel und öffnet das Paket. Darin verpackt: die schöne Chinesin Lai (Shu Qi), die skrupellose Menschenhändler jagt und nun Frank um Mithilfe bittet. Schon droht den beiden die dritte Regel...

Mit Jason Statham (The One) hat man einen charismatischen Darsteller gefunden, dem man seine Actioneinlagen auch abnimmt. Neben The Rock (Doom) könnte Statham zu den kommenden Action-Helden zählen, auch wenn er im Gegensatz zum Ex-Wrestler mehr der Bruce Willis-Typ als Schwarzenegger-Typ ist. Seinen Transporter-Job durfte er übrigens in einem Kurzauftritt in "Collateral" nochmals aufnehmen, und darf dieses Jahr sogar für eine Fortsetzung wieder als Frank Martin ans Werk gehen. Ihm zur Seite stellt man Shu Qi (So Close), die zwar gut ausschaut, aber wenig zu tun hat. Auf der Seite der Finsterlinge befinden sich hier Matt Schulze (Blade 2) und Ric Young (Kiss of the Dragon), die in Ordnung gehen, aber kaum Eindruck hinterlassen können.

Es ist offensichtlich wer bei der Doppel-Regie Leterrier/Yuen für welchen Teil des Streifens zuständig war. Für den Actionbereich war wohl Corey Yuen (Karate Tiger) zuständig, wo er einen recht ordentlichen Job macht. Neben einigen Drahtseil-Aktionen und eher harmlosen Shoot-Outs, weiß Yuen auch mit Einfallsreichtum zu punkten. So sehen der Öl-Fight und Franks Attacke auf das Haus der Autobomber nicht nur gut aus, sondern können auch mit hübschen Einfällen überraschen. So können auch Franks Zweikämpfe und Ballereinlagen punkten. Einzig und allein beim Straßen-Showdown hat sich Yuen etwas verzettelt. Das mag daran liegen, das einige Sachen (Fallschirmlandung usw.) ein wenig unglaubwürdig rüberkommen. Für den Rest war anscheinend Louis Leterrier (Unleashed - Entfesselt) verantwortlich, der bemüht ist, dass schon etwas fade Drehbuch Bessons ins rechte Licht zu rücken. Mit Aufnahmen deutscher Edelkarren und südfranzösischer Landschaft kann er einiges retten. Andererseits weiß er nicht wirklich mit Charakteren umzugehen, was bei den Vater/Tochter-Sequenzen zwischen Qi und Young sowie der angehauchten Beziehung zwischen Frank und Lai deutlich wird. So spürt man Lai's innere Wut über ihren korrupten Vater und ihre Trauer über seinen anschließenden Tod nicht wirklich. Bei der Liebesbeziehung fehlt das gewisse Etwas bzw. das erotische Knistern zwischen den beiden Figuren. Dem Thema Menschenhandel wird dann auch kaum Beachtung geschenkt und dient nur als Mittel zum Zweck. Und Film-Soundtracks habe ich auch schonmal bessere gehört. Der Rest wurde dann von Bessons Skript verbockt. Was ich von dem Mann halte, hab ich ja schon woanders geäußert. Als Produzent mag er ein gutes Gespür für Filmstoffe und Schauspieler haben, als Drehbuchautor taugt er allerdings nicht viel. Unter anderem liegt es daher auch an seinem Drehbuch, dass "The Transporter" zwar ordentliche Action-Kost ist, aber auf Dauer langweilig wird und kaum überraschende Wendungen besitzt. Bleibt daher abzuwarten, wie die Fortsetzung gelingt.

So darf man auf weitere Actioneinsätze Stathams hoffen und möge Besson die Finger vom Schreiberhandwerk lassen und nur noch produzieren. Dennoch ist "The Transporter" ein für europäische Verhältnisse toller Action-Streifem, dem halt das gewisse Etwas und besser Einfälle zum ganz großen Wurf fehlen.

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