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Hm, ja. Ein europäischer Actionfilm, allein das gemahnt schon zur Vorsicht. Dann ein Film, der nach XXX, Fast and the Furios und Matrix gedreht wurde, das sollte alle Alarmglocken schellen lassen.Und zu allem Überfluß führt ein HK Action Regiesseur wie Yuen das Zepter - ich ahnte Fürchterliches.Was uns Besson als Produzent da präsentiert ist ein neues Kapitel seiner USA kompaktiblen Europaactioner, die er in der Tradition von 5. Element, Leon und Taxi angeht. Das er diesmal ohne US Darsteller auskommt ist ein Vorteil, das er das Ding überhaupt produziert hat, ein Nachteil.Die Vorteile des Films : Jason Statham, sicherlich ein Mann mit Potential. Wie schon in Snatch kann er auch mit wenig Worten überzeugen, ohne eindimensional zu wirken. Meine Mutter hätte ihn als "hübsch häßlich", quasi als modernen Bronson, bezeichnet.Der Drehort Riveira ist immer eine Bank, S Klasse 140er sehe ich immer gerne, um mal rauszufinden, was ich mit meiner Schüssel so alles anstellen könnte, wenn ich nicht meinen Führerschein bräuchte. Das der BMW nach 23 Minuten in die Luft fliegt zeugt vom Geschmack des Produktionsdesigners. Überfordert wird man auch nicht, den Bösen sieht man an, daß Sie Böse sind, von den Guten erwartet man, daß Sie temporär auch Böse sind.Das Highlight ist sicherlich der Kommissar in bester französischer Maigret Manier. Ein bißchen korrupt, aber ehrlich und letztlich der Schlauste von Allen. Bon.Der Anfang, also die ersten 7 Minuten, sind vielversprechend.Coole Oneliner, harte Jungs, cooles Outfit.Das hätte also ein guter Film werden können, wenn nicht alle Streifen mittlerweile eine Mischung meiner oben genannten Feindbilder sein müssten, um auch dem grenzdebilsten Dauervideogamer einen Film schmackhaft machen zu müssen.So panscht man also völlig überzogene Actionsequenzen mit total abstrusen Kampfszenen und total unrealistischen Autostunts zusammen mit einer halbgaren Liebesstory und hat einen tollen Film, der einen auch nicht damit nervt, so etwas wie Handlung, Drehbuch oder Story zu besitzen.Deswegen haben die Protagonisten heute auch nur noch Vornamen, um sie noch austauschbarer zu machen.Ich mag gute Actionfilme über stoische Einzelgänger, aber dem abgebrühten Egomanen geht das Verlieben in die mandeläugige Schönheit dann doch zu flott von der Hand. Es wäre auch sicherlich plausibler gewesen, die Bande wegen des gesprengten Wagens und Hauses zu killen, als wegen einer Bande von geschmugelten Einwanderern. Aber gut.Die ganzen Actionszenen sind dermassen unrealistisch, das ich mich nur geärgert habe. Wie es besser geht zeigt Ronin in ähnlicher Umgebung-In welcher Eliteeinheit man Chow Yun Fat 3 Meter Hüpfsprung Karate lernt, weiß nur der Regiesseur. Warum aber auch alle Gangster in derselben Einheit waren, bleibt hoffentlich immer ein Geheimnis. Zu dem Öllachenfight noch was zu sagen, hieße Schrott aufzuwerten. Der Showdown ist dann die Härte, selbst Bond in seinen besten Tagen war realistischer. Mit einem Fallschirm auf einem fahrenden Truck zu landen ist sicher tolles Eyecandy, aber ich wollte Action, nicht SF.Sicher, unrealistisch sind Filme immer ein Stück, der Held löst immer unlösbare Probleme. Aber mittlerweile sind die Machwerke derart ähnlich, austauschbar und dick aufgetragen, daß es keinen Spaß mehr macht, weil sie einfach gar nicht mehr wahr sein könnten.Geld verschwendet, Zeit verschwendet, Schauspieler verschwendet. Gottseidank ging der Kelch mit Dröseldumpfbacke Van Diesel an uns vorbei, der Typ kann ja noch weniger als nichts. So bleibt Statham der einzige Aktivposten dieses Machwerkes, das ist eine Menge, aber nicht genug.2/10

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