Das nenne ich mal einen internationalen Actionfilm! Eine US-französische Produktion von einem HK-Regisseur mit einem britischen Hauptdarsteller. Achja: Es werden bevorzugt deutsche Karossen gefahren.
Frank Martin (Jason Statham), ein ehemaliger Kriegsveteran, arbeitet als Kurier für Verbrecher und wird nur „The Transporter“ genannt. Er transportiert alles ohne Fragen, so wie z.B. in der Eröffnungssequenz, in der er ein paar Bankräuber vor der Polizei davon kutschiert – nur den Plan darf man nicht ändern. Neben einer wunderbaren Verfolgungsjagd, die an „Ronin“ erinnert, charakterisiert „The Transporter“ hier auch seinen Helden: Ein Vollprofi, der immer cool bleibt und seine Regeln nie bricht.
Obwohl der französische Inspektor Tarconi (François Berléand) ihn schon lange im Visier hat, ließ sich Frank nie etwas nachweisen. So erledigt Frank einen vermeintlichen Routinejob: Er soll ein Päckchen abliefern. Doch als es im Kofferraum klopft, bricht er seine Regeln und öffnet die Tasche: Sie enthält die Chinesin Lai (Shu Qui). Trotz einiger Gewissenbisse erledigt Frank seinen Job dann doch. Während der Plot nun so langsam in Schwung kommt, so fixiert sich der Film dennoch auf seinen coolen Helden und streicht durch ihn kräftig Sympathiepunkte ein.
Frank liefert die Tasche ab, muss allerdings wenig später feststellen, dass seine Auftraggeber ihn ganz unfein mit einer Kofferbombe ins Jenseits befördern wollen, die aber nur seinen BMW zerfetzt. Er revanchiert sich, indem er die Villa der Fieslinge stürmt, die anwesenden Bodyguards zusammenklöppelt und einen Benz klaut. Doch ohne es zu wissen, nimmt er auch Lai in dem Auto mit. Hinter ihr sind die restlichen Fieslinge noch immer her und das sichere und beschauliche Leben des Transporters hat ein Ende...
„The Transporter“ ist sicher kein Meilenstein des Actionkinos, aber dennoch ein wirklich spannender und unterhaltsamer Actionthriller. Die Handlung bleibt interessant und spannend, die Wendungen sind nicht vorhersehbar und einige Geheimnisse werden erst gegen Ende gelüftet. Zwar ist der Plot an sich nicht allzu innovativ und einiges hat man schon mal woanders gesehen, aber dennoch erzählt Regisseur Cory Yuen die Geschichte mit viel Pep und Tempo, so dass kaum Grund zur Klage besteht. Auch die Figurenzeichnung ist gut, nicht nur im Bezug auf den Helden, sondern auch auf die aufkeimende Beziehung zu Lai und die ehrenhafte Rivalität zu Tarconi.
Auch die flotte Inszenierung durch Yuen bietet keinen Anlass zur Klage, die mit einer schicken Optik glänzt und klar Einflüsse des Hongkong Kinos aufweist. Hinzu kommt die atemberaubend schöne Kulisse des sonnigen Südfrankreichs, die zudem ein paar unverbrauchte Schauplätze aufweist. Von der Inszenierung, dem europäischen Schauplatz und dem Thema des halbseidenen Profis her erinnert „The Transporter“ teilweise an „Ronin“, was nicht störend auffällt – auch wenn dieser qualitativ nicht erreicht wird.
Die Action bietet eine bunte Mischung aus Stunts, Shoot-Outs, Verfolgungsjagden und Martial Arts. Die rasanten Verfolgungsszenen werden alle Fans von Jagden á la „Ronin“ ganz sicher begeistern und die Schießereien sowie Explosionen sind nett anzusehen. Auch die Stunts halten bei Laune, aber die Kampfszenen sind sicher die Hauptattraktion. Hier erinnern sie in ihrer Inszenierung und ihrem Einfallsreichtum (z.B. der Kampf in der Öllache) stark an Hongkongfilme. Ein wenig Wirework gibt es zwar, es fällt aber nicht negativ auf. Denn die Fights sind spektakulär, gut inszeniert und schön choreographiert, so dass der Actionfan sich gemütlich zurücklehnen kann. Auch wenn die Menge in Ordnung geht, hätte es aber etwas mehr sein können.
Jason Statham spielt den coolen Helden sehr überzeugend, auch wenn er teilweise wie eine Bruce Willis Kopie wirkt (in einigen Kameraeinstellungen ähnelt er diesem auch verblüffend). Auch die Nebendarsteller machen ihre Sache wirklich hervorragend, so dass kein Grund zur Klage besteht.
„The Transporter“ ist ein unterhaltsamer Mainstream-Actionfilm für Fans. Zwar kein Meilenstein, aber für krachendes Entertainment reicht es dennoch.