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"Was ist in sie gefahren? Sie waren immer so clever."

Einst war Frank Martin (Jason Statham) beim Militär tätig. Mittlerweile nimmt er aber Aufträge als Kurier und Fahrer an. Dabei ist es ihm egal, ob es um einen Personentransport von Verbrechern nach einem Banküberfall oder ähnliche zwielichtige Angelegenheiten geht. Für ihn ist nur wichtig, dass die Vereinbarungen über Umfang, Zeit und Ort des Auftrages eingehalten werden. Für den Transport der in einer Tasche befindenden Asiatin Lai (Shu Qi) bricht er allerdings eine seiner Regeln. Die Folge ist ein Attentat durch seinen Auftraggeber Darren Bettencourt (Matt Schulze) auf ihn selbst. Allerdings detoniert die Bombe in seinem Wagen während Frank sich gerade eine Pause gönnt. Er steigt in das Anwesen von Darren ein und stiehlt einen neuen Wagen in der sich auch die Entführte Lai befindet.

"The Transporter" ist eine ambitionierte Actionkomödie, die durchaus vergleichbar mit der "Lethal Weapon"-Reihe ist, insbesonders dessen vierten Teil. So wie auch dort geht es um den illegalen Transport von Asiaten. Nur fehlt "The Transporter" der gelungene Witz und setzt stattdessen auf eine naive, lockerleichte Präsentation, die dennoch ernst und lässig ist.

Die Handlung ist sehr überschaubar. Überraschungen finden sich nicht wirklich und manche Einschübe in die konstruierte Geschichte wirken erzwungen eingebettet. Ähnliches gilt für die oberflächlichen Figuren. Einzig durch Stereotypen und von Klischees bestimmt, findet sich weder bei den eindeutig Gut noch den Böse gezeichneten Charakteren jemand, der eine Komplexität vorweist.

Sicherlich sind dies vernachlässigbare Faktoren bei einem durch Action beeinflussten Film. Und tatsächlich geben die Actionszenen etwas her. Besonders der rasante Start mit einer überschwänglichen Verfolgungsjagd ist beeindruckend. Spätere, meist auf Martial Arts setzende, Kampfszenen schwanken in ihrer Qualität. Manche prahlen regelrecht mit geradezu verrückten Ideen, anderen kommt die holprige Kameraführung in die Quere.

Geht man mit dem Kopf durch den Film, stellen die zahlreichen inhaltlichen Fehler und übertriebenen Situationen eine große Hürde dar. Einerseits sollte man dies, ähnlich wie bei den älteren Filmen der "James Bond"-Reihe, mit einem augenzwinkern abtun. Andererseits nimmt sich "The Transporter" durchaus ernst, was die absurden Ideen unnötig macht.
Ein Beispiel dazu ist die musikalische Untermalung. Ohne jegliches Gespür für Tempo, Spannungsaufbau oder Zusammenhang dröhnen poppige, prollige sowie kitschige Klänge das Ohr voll, wodurch der persönliche Geschmack über Lust oder Frust entscheidet.

Die Darsteller sind zweckmäßig. Der überaus charismatische Jason Statham ("Crank"-Reihe, "Homefront") hält den Film mit einer beeindruckenden Körperbeherrschung. Aber weder Shu Qi noch Matt Schulze ("The Fast and the Furious") können aus ihrer sperrigen Figurenzeichnung ausbrechen.

"The Transporter" ist überdurchschnittlich gut, mehr aber auch nicht. Mehr Feintuning bei den Figuren, eine ausgearbeitetere Handlung, zündender Witz und eine durchgängig hohe Qualität der Actionszenen würden die Actionkomödie mit ihrer starken Konkurrenz gleichziehen lassen. In vielen Dingen sieht man dem Film aber seine französische Herkunft an, die zwar den entsprechenden Charme, nicht aber die amibtionierte Perfektion eines Hollywoodfilms bietet. Knappe ...

7 / 10

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