Wenn die Story nicht gerade die Beste ist, dann müssen andere Filmdetails wesentlich besser funktionieren, als es bei einer guten Geschichte von Nöten wäre! Bei Horrorfilmen sollten es vor allem Atmosphäre aber auch gewisse Effekte sein, die das Loch im Buch ausmerzen. Bei Komödien erwartet man vornehmlich gute Witze, die über fade Storyelemente hinweg sehen lassen. Und bei Actionfilmen? Da sollte es logischerweise die Action sein, die bei flotter Inszenierung die dünne Geschichte vergessen lässt. Neben üblen Beispielen alla "XXX" gibt es mit dem französischen "The Transporter" endlich mal eines der besseren Beispiele des "No Story but fat Action"-Genres.
Die Geschichte des Transporters ist, wie schon erwähnt, so dünn, dass sie locker innerhalb weniger Zeilen erklärt ist. Ein Mann führt für zwielichtige Gestalten heikle Transporte durch. Da er nie fragt, worum es dabei geht und sich an gewisse (selbst aufgestellte) Regeln hält, geht das auch soweit ganz gut. Doch als er eines Tages eines der Transportgüter öffnet und darin eine junge Asiatin vorfindet sitzt er tief in der Tinte! Mehr muss man nicht wissen und mehr gibt es eigentlich auch nicht zu wissen. Außer das es natürlich einige heftige Logiklücken gibt und selbstverständlich alles unrealistisch bis zum geht nicht mehr ist. Aber das soll uns jetzt nicht weiter stören.
Denn punkten kann der Film vor allem beim wichtigsten Punkt dieses Genres: Der Action! Und die ist hier schlicht und einfach famos. Es wird einfach alles geboten, was das Actionfan-Herz begehrt. Es gibt harte Ballerorgien, rasante Autoverfolgungen, geniale Fightszenen, fette (wirklich fette) Explosionen und alles was man sich sonst noch so vorstellen kann. Dem Zuschauer wird meist kaum Luft zum Atmen gelassen so heftig geht es hier teilweise zu. Dabei wurde wirklich alles auf absolut höchstem Niveau inszeniert und mit unglaublich viel Liebe zum Detail umgesetzt. Es macht wirklich unglaublich viel Spaß dem Gebotenen hier zuzuschauen, zumal man natürlich auch an einige Jokes gedacht hat.
Die Figuren des Films sind einem dabei eigentlich durchgehend sympathisch und genau so, wie man sie sich in einem Action-Streifen wünscht. Der Held ist unsterblich, hat fette Mukis und eine Dynamik die unbeschreiblich ist. Die Bösewichter sind allesamt wirklich von der übelsten Sorte und die Schönheit des Films (sozusagen das Bond-Girl des Transporters) ist absolut schnuckelig und keiner würde sie von der Bettkante stoßen auch wenn sie vielleicht etwas dusselig ist. Wirkliche Charaktertiefe besitzt zwar keiner von ihnen, aber hierfür reicht es allemal aus.
Lecker ist auch die Schauspielerauswahl, bei der man ebenfalls alles richtig gemacht hat. Jason Statham macht als DER Actionheld des Films eine wirklich gute Figur, genauso wie Shu Qi als sein sexy Transportgut. Aber auch die Bösewichter sind passend besetzt worden. Und natürlich muss auch François Berléand erwähnt werden, der, als Kommissar, wie immer überzeugen kann.
Fazit: Kurzweiliger, knackiger und vor allem mächtig unterhaltsamer Action-Reißer aus Frankreich, dem "europäischen Hollywood"! Auch wenn die Story so dünn ist wie ein Blatt Papier, so macht dieser Streifen durch seine geniale Action, den sympathischen Figuren, leckeren Kulissen und eben unglaublich viel Knall und Bumm der besten Sorte für gut 90 Minuten mächtigen Spaß. Auch wenn man aus diesem Film absolut nichts mitnimmt, so war es auf keinen Fall verschwendete Zeit. Und das ist nun einmal das Wichtigste!
Wertung: 7/10