Review

Kaum ein Manga scheint vor einer Realfilmumsetzung sicher und so war es nur eine Frage der Zeit, bis die Reihe um "Black Butler" in Hochglanzoptik verpackt würde.
Dabei ist es wahrscheinlich hilfreich, mit einigen Vorkenntnissen ins Rennen zu gehen, - Fan zu sein, könnte natürlich auch nicht schaden.

2020: Als Wachhund der Königin im Westen schleust sich die junge Shiori als Mann getarnt häufig in den Osten ein, um dubiosen Treiben nachzugehen und anbei ihre ermordeten Eltern zu rächen. Als Kind verkaufte sie ihre Seele dem Teufel, seither unterstützt sie Sebastian, der Dämon in Gestalt eines schwarz gekleideten Butlers. Als immer mehr internationale Diplomaten einem plötzlichen Mumifizierungstod zum Opfer fallen, wittert Shiori einen groß angelegten Terroranschlag...

Als sich Shiori in der Gewalt eines Verbrechers befindet und Sebastian eine ganze Truppe mit Händen, Füßen und Buttermesser niedermacht, weckt das durchaus Erwartungen an einen stilvoll inszenierten Actioner, zumal die Choreo grundsolide ist und die variable Kamera viel Drive in die Kämpfe einfließen lässt. Doch nach dem temporeichen Einstieg folgen nicht wenige Durchhänger, welche auf vielen dialoglastigen Erklärungen beruhen, die es in dieser epischen Breite nicht gebraucht hätte.

Immerhin bringt Hiro Mizushima als Titelfigur des stets gelassenen Butlers viel Charisma ins Spiel und kaschiert damit einige Schwachstellen im Spiel seiner Mitstreiter, welche allesamt zum Overacting neigen. Shiori schmollt definitiv zuviel, um als Sympathieträgerin durchzugehen, während Sidekicks wie das tollpatschige Dienstmädchen Rin oder der grauhaarige Hausverwalter viel zu kurz kommen, obgleich hier viel Potential vorhanden gewesen wäre. Auf der Gegenseite agieren indes gleich mehrere Bösewichte, die einer gewissen Rangfolge unterliegen, was wiederum mit einigen recht beliebig eingesetzten Twists einhergeht.

Leider kommt die Action insgesamt zu kurz und auch wenn die wenigen Make-up-Effekte überzeugend ausfallen, so ist doch auffallend wenig Blutvergießen auszumachen.
Der Showdown beinhaltet zwar einen erneut gut choreographierten Kampf, doch das Endspiel zwischen Gut und Böse fällt nicht sonderlich spannend, noch in irgendeiner Weise überraschend aus, während noch einige Szenen drauf gegeben werden, um die Relation des Heldenduos frisch anzuordnen.

Die Titelfigur reißt zwar einiges raus, doch auch sie kann nicht verhindern, dass die Geschichte zwischenzeitlich ein wenig schwerfällig und gleichermaßen selbstverliebt daherkommt. Rein audio-visuell durchaus attraktiv, doch erzählerisch bleibt es oft zu vage und unnötig ausgeschmückt, nur selten spannend und schon gar nicht mitreißend.
5,5 von 10

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