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Was für ein reißerischer Titel für einen Film, der im Original schlicht „Pretty Dead“ heißt und mit rekordverdächtigen fünf Jahren Verspätung nun auch hierzulande erscheint. Das mag einerseits dem nunmehr überstrapazierten Found Footage Stil geschuldet sein und andererseits der Tatsache, dass ein Horrordrama mit minimalem Budget nicht gerade ein großes Klientel anlocken dürfte.

Eine junge Frau schaut verzweifelt in die Handkamera und wendet sich an ihren Vater. Es ist Regina (Carly Oates), eine frisch gebackene Ärztin, die kurz darauf den Abzug einer Waffe zu betätigen scheint.
Vier Männer soll sie getötet und verspeist haben, ein Psychiater diagnostiziert Schizophrenie, während sich Regina für eine Bestie hält. Kommt am Ende die Wahrheit ans Licht?...

Regiedebütant und Co-Autor Benjamin Wilkins erzählt seine Geschichte alles andere als chronologisch, denn im Grunde bilden die Gespräche in der Nervenheilanstalt die Rahmenhandlung, während gestaffelte Rückblenden die Transformation von Regina veranschaulichen, welche nach einem Karaoke-Abend mit Alkohol, Drogen und einem Zusammenbruch begann.

Das Editing ist relativ geschickt, es wechseln sich Handkamera, Überwachungsvideos, Telefonmitschnitte und Videotagebücher ab, nur leider scheint Wilkins seinem eigenen Stil nicht gänzlich zu vertrauen, weshalb er einen Score bemüht, der dem Treiben das Authentische entzieht und zudem oftmals viel zu laut ausgesteuert ist. Dabei hätte er sich locker auf die wesentlichen Mimen verlassen können, denn Oates performt trotz ihrer geringen Erfahrung recht facettenreich und ist speziell während langer Takes sehr überzeugend und auch ihr Filmpartner Ryan Shogren, der ihren Verlobten spielt, überzeugt anfangs als Sympathieträger, später als besorgter Partner, dem die letzte Konsequenz beim Handeln fehlt.

Lange wird gerätselt, was Regina zum Zombie gemacht haben könnte, Vermutungen über einen Parasiten werden ebenso angedeutet wie eine seltene Blutkrankheit, doch erst gegen Finale wird die Sache mit einem kleinen Twist aufgelöst. Bis dahin, - und das ist das spürbarste Manko, stellt sich zu selten Spannung ein, es gibt kaum Konfrontationen, so dass sich innerhalb der knappen 78 Minuten Laufzeit sogar kleine Längen einschleichen.

Insofern ergibt sich einer der bodenständigsten und gleichermaßen intimsten Zombiefilme der jüngeren Zeit, der allerdings ein wenig lahm ausfällt, kaum Splatter beinhaltet und auch in Sachen Body Horror mit allenfalls zweckdienlichem Make-up daherkommt. Auf arg verwackelte Bilder wird zwar weitgehend verzichtet, doch trotz solider Montage und ordentlicher Mimen reißt das Ding nie wirklich mit.
Knapp
5 von 10

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