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Der deutsche Comedy-Star Axel Stein begann seine Karriere als dicklicher Nebendarsteller in einer Hausmeisterserie und mauserte sich zusehends zu einem Mimen mit vielen Facetten.
Seine erste Regiearbeit könnte als Hommage an alle Geisterfilme im Bereich Found Footage verstanden werden, doch im Grunde spult er nur hinlänglich bekannte Abläufe ideenlos ab.

Nach einer Autopanne in der Eifel werden Ann und Gero während ihrer Europareise von zwei Jugendlichen aufgegabelt, wo man mit weiteren Freunden in einem abgelegenen Haus am Waldrand feiern möchte. Doch nach dem Austesten eines Hexenbrettes kippt die Stimmung...

Gleich zu Anfang will uns eine seriöse Stimme aus dem Off weismachen, wie unglaublich viele Menschen in Deutschland spurlos verschwinden und nie wieder auftauchen, - also Verhältnisse wie in Texas oder gar im australischen Outback, wo sich Leatherface, Jason Vorhees und die Hexe von Blair Witch beinahe täglich über den Weg laufen.
Letztgenannte stand deutlich Pate beim Handkameratreiben, welches etwas lange benötigt, um seine immerhin halbwegs interessanten Figuren einzuführen.

Nach einem Gelage, der obligatorischen Legende am Lagerfeuer und Ouija Bord scheinen Sachen durchwühlt, gerahmte Fotos fallen von den Wänden, während ein ominöser Fremder das Haus und die Bewohner zu beobachten scheint.
Bis zu einem gewissen Punkt lässt sich eine beklemmende Grundstimmung nicht leugnen, doch letztlich sind keine spannenden Höhepunkte auszumachen, es folgen kaum Steigerungen des Übernatürlichen und auch die Effekte sind überaus rar gesät.

Spannung kommt hierbei selten auf, da selbst der Showdown hinlänglich bekannten Abläufen folgt und demnach kaum zu überraschen vermag. Diverse Bildverfremdungen, Störfaktoren und technische Unterbrechungen wirken oftmals zu kalkuliert, genauso, wie die Kamera manchmal "spontan" abgelegt wird, um dennoch alles Relevante festzuhalten.
Immerhin halten sich hektische Bewegungen in Grenzen und auch die Nachtaufnahmen sind überwiegend gut zu erkennen. Soundtechnisch wird indes wenig geleistet, denn aufgrund ausbleibender musikalischer Untermalung wäre eine stärkere Konzentration auf unerklärliche Geräusche wünschenswert gewesen, jedoch finden sich diesbezüglich nur Ansätze.

Darstellerisch gibt es wenig zu meckern, da viele Mimen reichlich Erfahrung mitbringen und Leute wie Pit Bukowski, Cristina do Rego oder Nadine Petry recht authentisch performen, wogegen einige hölzerne Dialoge für die Tonne sind, was gegen Finale einen leichten Nervfaktor mit sich bringt.

"Tape_13" mangelt es komplett an Kreativität und frischen Ideen. Stein greift hinlänglich bekannte Versatzstücke auf und spult sie ohne Esprit beinahe wahllos ab, bemüht kaum Effekte und schon gar keine nennenswerten Gewalteinlagen.
Unterm Strich nichts Eigenständiges, nichts Markantes und leider auch nichts, was innerhalb der 80 Minuten Laufzeit für mehr als eine Sekunde aufhorchen lässt.
3,5 von 10

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