„Playing it Cool“ würde vermutlich für sein Leben gern den Geist spritziger Meta-Filme atmen, aber leider ist der Film dann doch nur ein Beweis dafür, dass nicht jedes Blacklist-Drehbuch unbedingt auch verfilmt werden müsste. Nach Veröffentlichung hat der Film jedenfalls keine Begeisterungsstürme ausgelöst und ich kann auch verstehen, warum das so war.
Das heißt jetzt nicht, es wäre nicht einer dieser beliebten „meta“-angehauchten Filme, nur hier eben mal auf der Basis der Romantikkomödien, die er sowohl dekonstruieren als auch ironisieren möchte, was eine enorm innovative Idee wäre, würde Woody Allen nicht schon sehr, sehr lange existieren.
Tatsächlich macht die erste Viertelstunde sogar richtig Spaß, weil der Film das Thema mit der nötigen Menge „Weirdness“ angeht und seinen Protagonisten recht umfänglich einführt. Ebenfalls lobenswert ist das Hinein- und Hinausspringen in filmisch übersetzte Szenen, die die mentale Auseinandersetzung mit typischen Dating- und Kennenlern-Szenen schildern. Visuell ist das durchaus erstaunlich umgesetzt.
Aber leider hat der Film danach nichts zu bieten. Sobald Michelle Monaghan auf der Bildfläche auftaucht (und sie macht hier wirklich solide Arbeit), verwandelt sich der Film in genau das, was er eigentlich dekonstruieren oder aufbrechen wollte: die Geschichte eines Autors, der von der Liebe nichts hält, sich damit nicht auskennt, sich aber nun gerade mal verliebt. Sämtliche vorstellbaren – unoriginellen – Entwicklungen sind übrigens enthalten, inclusive des halb meta-psychischen Hochzeitsfinale, welches jeder Filmfan sofort als Hommage an „The Graduate“ erkennt, das aber nicht witziger wird, wenn man Hoffman ein imaginäres Publikum hinzu denkt und seine Holde schon ohne seine Anfeuerung am Altar „nein“ sagt.
Für Chris Evans war der Film sicherlich mehr als ein Vanity-Project, er ist in jeder Szene, er spricht den endlosen Off-Kommentar, er wirft sich richtig rein – doch sowohl Mono- wie auch Dialoge werden mit zunehmender Laufzeit immer konventioneller und spätestens im letzten Drittel ist der Film mal so richtig langweilig geworden, weil nichts Überraschendes mehr passiert, außer eben der Vollzug des zu Erwartenden. Wie unglaublich innovativ wirkt da nach mehr als 20 Jahren immer noch die Auflösung der Beziehungsunfähigkeitsproblematik in „Four Weddings and a Funeral“, die hier als Goldstandard steht und gegen die der ähnlich gelagert „Playing it Cool“ eher lau und gewollt abstinkt.
Für Fans gibt es zwar viele nette Gastauftritte, von Luke Wilson über Topher Grace bis zu einem gänzlich verschwendeten Ioan Gruffudd als dröger Verlobter, aber allesamt sabbeln sie sich nur tot, wenn Evans auf der Tonspur mal zwanzig Sekunden die Schnauze hält und ein Romantikheld ist immer nur so gut, wie seine Partnerin gleichwertig geschrieben und seine Kumpels kurios sind – und das sind sie hier einfach nicht.
Playing it belanglos: 4/10