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Family N The Hood

Das Erwachen der Macht. Durchaus auch ein akzeptabler Untertitel für "Imperial Dreams". Einer Macht namens John Boyega. In "Attack The Block" war er der draufgängerische Teen-Gang-Leader, hier zeigt der Brite sein ganzes, beinahe unendliche Potenzial. Kein Wunder, dass J.J. Abrams keinen Anderen außer ihn wollte, nachdem er dieses gefühlvolle Indie-Ghetto-Drama gesehen hatte. Zumindest sagt das so die Legende. "Imperial Dreams" handelt von einem jungen Vater, der frisch aus dem Gefängnis kommt & versucht mitten im Ghetto L.A.'s nicht wieder auf die schiefe Bahn zu geraten - allein seinem Sohn zu Liebe. Leider legen ihm die Umgebung & das Leben immer wieder Steine in den Weg, sodass sein Glaube an eine bessere Zukunft für ihn & seinen Sohn heftig geprüft wird...

Man darf keine große Gangsterballade erwarten, dann kann einen dieses Vater-Kind-Drama wirklich berühren & überraschen. John Boyega erinnert an eine geerdete Mischung aus 50 Cent & Denzel Washington in frisch - eine Performance, die ihn in die Umlaufbahn Hollywoods katapultierte. Manchmal wirkt er etwas sehr jung als Vater, doch man kauft ihm jede Emotion & wankende Hoffnung ab. Und so junge Väter sind nunmal nichts Besonderes in solchen Bezirken. Ebenso wenig neu ist die Aussage, dass es schwer ist aus diesem Teufelskreis herauszukommen - was nichts macht, da die Beziehung der zwei "Männer" ganz klar im Vordergrund steht. Und die trifft ins Herz, sodass fehlende Highlights weniger vermisst werden. Sicher auch dank der knackigen Laufzeit. Keine Schießereien, kein großartiges Gefluche, keine kultigen Sprüche, keine Bitches oder kitschige Momente - nur harte, manchmal bittere, manchmal hoffnungsvolle  Realität. Ein Vater, der seinen Sohn beschützen & ihm bessere Werte vermitteln will. Ganz einfach - sehr ergreifend. Klein, fein, rein. Ein empfehlenswertes Familiendrama (nicht nur) für Gangster mit Gefühl & Geduld. 

Fazit: minimalistisch & realistisch. Gefühlvoller war lange keine Vater-Sohn-Beziehung im Kino mehr. "Real" würde man auf der Straße wohl zu diesem ruhigen Star-Katapult sagen. Hier nach standen Boyega zurecht alle Wege offen - und er nahm den zu den Sternen.

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