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Der frisch eingeschulte Sherman und sein Adoptivvater Mr. Peabody, ein hochintelligenter Hund, verkehren mit ihrer Zeitreisemaschine regelmäßig in Epochen und an Orten, wo Menschheitsgeschichte geschrieben wurde. Als Sherman eine streitlustige Mitschülerin beißt und das Adoptivrecht für seinen tierischen Vater daraufhin auf der Kippe steht, lädt dieser das Mädchen und seine Eltern zum gemeinsamen Abendessen ein, um die Differenzen aus der Welt zu schaffen. Als Sherman ihr die Zeitreisemaschine vorführt und damit gegen das Verbot seines Vaters verstößt, wird eine Kette folgenschwerer Ereignisse ausgelöst.

Basierend auf der in den USA beliebten Zeichentrickserie „Peabodys Improbable History“, die in den 50er und 60er Jahren ausgestrahlt wurde, erschien 2014 der Animationsfilm „Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman“, der zugleich den Anstoß zu einer seit 2015 ausgestrahlten, neuerlichen Serie um den zeitreisenden, hochintelligenten Hund lieferte. In Deutschland kennt den Stoff dagegen fast kein Mensch und auch der Kinofilm konnte, trotz eines hierzulande durchaus passablen Einspielergebnisses, keinen echten Hype um Mr. Peabody entfachen. Gelungene Werbung, ein echter Appetizer für den Stoff, ist der Film ohnehin nicht.

Nach einer kurzen Einführung, in der Mr. Peabody als intelligenter und sprechender Hund sowie als Adoptivvater eines Menschenjungen vorgestellt wird, finden sich die beiden auch schon zu Zeiten der französischen Revolution wieder, besuchen Marie Antoinette und entkommen Robespierre in letzter Sekunde. Später finden dann zahllose Zeitreisen in die italienische Renaissance, nach Troja und ins alte Ägypten statt, während Mr. Peabody die Eltern der von Sherman gebissenen Schülerin belustigt und die Dame vom Jugendamt vorbeikommt. Am Ende gilt es dann ein Loch im Raum-Zeit-Gefüge zu kitten, um eine Apokalypse zu verhindern. Und das ist nicht etwa die Handlung der Original-Serie, sondern die des gut 90minüten Films.

Dementsprechend wird ein durchweg irres Tempo vorgelegt, ohne, dass dem Zuschauer Verschnaufpausen gegönnt werden. Der Film ist somit durchweg gehetzt und schäumt vor Schauplätzen, historischen Figuren sowie Reisen durch Zeit und Raum nur so über, was in der ersten Filmhälfte aber noch einigermaßen unproblematisch ist, weil die Fülle an Anspielungen auf Geschichte und Popkultur, die zunächst noch weitgehend geordnete Handlung und die witzigen Details für Kurzweil sorgen. Dann wird das Treiben aber immer konfuser, bis der Film auf sein überzogenes Finale zusteuert, bei dem das Chaos in Raum und Zeit perfekt wird und ein selbst im Vergleich zu anderen Animationsfilmen gewaltiges Übermaß an Überhitzung aufkommt.

Außerdem versucht Regisseur Rob Minkoff, der Mann hinter „Der König der Löwen“ und „Stuart Little“, dem Ganzen auch einen emotionalen Anstrich zu verpassen. Er thematisiert unter anderem die Vater-Sohn-Beziehung zwischen Hund und Menschen und greift in Bezug auf Sherman und seine Mitschülerin auf das alte Klischee zurück, dass sich liebt, was sich neckt. Das macht den Film durchaus sympathisch, wenngleich er schließlich in einem allzu süßlichen Finale gipfelt. An Inszenierung und Animation gibt es derweil wenig auszusetzen, genauso, wie an den netten und einfallsreichen Action-Szenen.

Fazit:
Anfangs sorgt die Fülle an historischen Figuren und Schauplätzen bei rasantem Tempo noch für gute Unterhaltung, bis das hektische Treiben am Ende schließlich allzu konfus und übertrieben wird. Ein sympathischer Film, der weitaus besser hätte sein können, wenn er etwas stärker geerdet wäre.

52 %

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