Review

kurz angerissen*

Da braucht es schon Eier, einen Zeitreisefilm über ein Drittel erstmal mit Bargesprächen und Rückblenden in die jungen Jahre einer Frau zu füllen, erzählt mit dem “extraordinary”-Flair eines “Benjamin Button” oder “Walter Mitty”, nur ohne die allzu aufdringlichen visuellen Pointen.

Es zahlt sich aus, wenn die Spierig-Brüder dann endlich in die Materie gehen. Anfangs sucht man noch nach den Zusammenhängen, die ob der quantitativen Breite der Jugendgeschichte zwingend vorhanden sein müssen, bis mit zunehmender Laufzeit Vergangenheit, Gegenwart und damit in Zusammenhang stehende Beziehungsnetze mit schlichten, trockenen Zeitsprüngen, die fast nur mit Bildmontagen und Luftwirbeln umgesetzt scheinen (also faktisch geerdeter erscheinen als die rund 25 Jahre älteren Zeitsprungsequenzen aus „Terminator“), miteinander verknüpft werden. Erzählerisch ergibt sich daraus eine langsam anrollende, später unheimlich dynamische Tinktur. Die Spierigs zeigen sich nach dem guten, aber eher oberflächlich gehaltenen „Daybreakers“ um mehrere Level gereift. Eine schwer greifbare Noir-Färbung wie aus einem übersehenen Kleinod der Noir-Blütezeit geht ihnen wie von selbst von der Hand, authentische SciFi-Anteile vermengen sie mühelos mit Thriller- und Agentenfilmabschnitten.

Die etwas vorhersehbare Auflösung fällt weniger stark ins Gewicht, da ebenjenes Gewicht durch den komplexen Grund bestimmt wird, vielschichtig auch geebnet von den Hauptdarstellern Ethan Hawke und Sarah Snook.

*weitere Informationen: siehe Profil

Details
Ähnliche Filme