Review

"Hacken" ist das Lieblingshobby der beiden Studenten Nic (Brenton Thwaites) und Jonah (Beau Knapp) und liefern sich ein Duell mit dem fremden Hacker "Nomad", der es schon geschafft hat, den Rechner ihrer Universität lahmzulegen. Während die beiden Nerds ihre Freundin Haley (Olivia Cooke) ins entfernte Nevada fahren, wollen sie sich mit Nomad unterwegs in einer verlassenen Hütte treffen - doch aus diesem Treffen wird nichts, da alle drei das Bewusstsein verlieren.
Als Nic wieder erwacht, befindet er sich scheinbar in einem geheimen Forschungslabor, in dem er von dem Wissenschaftler Damon (Laurence Fishburne) befragt wird - von seinen beiden Freunden fehlt jede Spur. Damon, der im Schutzanzug Nic lediglich sagt, dass er mit einer außerirdischen Lebensform in Kontakt getreten ist, stellt ihm unterschiedliche Fragen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Doch wo ist Nic wirklich, und was wollen die Wissenschaftler von ihm? Ist er eine Bedrohung oder ein Teil eines Experimentes?


Eines vorweg: Dieser Film ist nicht für den Mainstream geeignet. Leute, die "Transformers" und "Tribute von Panem" groovy finden, brauchen gar nicht mehr weiterzulesen, da dies ihr Hirn überfordern würde.

"The Signal" ist verwirrend, kontrovers bzw. schwer zugänglich, da das Gesehene mehr Fragen aufwirft, als es im weiteren Filmverlauf beantwortet. Spätestens, wenn der liebgewonnene Sidegag Lin Shaye ("Insidious 1 & 2") als Nebencharakter auftritt, spürt man, dass dieser Film im Chaos enden wird.

Zuerst ging ich an den Film mit falschen Erwartungshaltungen heran: Ich sehe ungern Trailer, um mich mehr überraschen zu lassen - so dachte ich vor dem Ansehen, dass "The Signal" dank dem Cover mit den Astronautenanzügen sich irgendwie outer Space oder in einem Raumschiff abspielt. Aber weit gefehlt. Die Hauptlocation stellt eben dieses Forschungslabor dar, das sich eben wie jenes auch anfühlt, gemischt mit einer Portion Krankenhaus und einer Prise Polizeiverhörkammer. In seiner "Freizeit" kann Nic plötzlich mit seinem Freund Jonah durch den Lüftungskanal reden, sieht seine Freundin Haley in einem anderen Zimmer im Koma liegend. Und dann diese ständige Fragerei. Den Zuschauer begleiten über die gesamte Laufzeit Fragezeichen und genau aus dieser Situation zieht der Film seine Stärke und seine Atmosphäre. Nicht immer logisch wirkend, aber dennoch bleibt man am Ball. "The Signal" erinnert mich stark an den ähnlich gelagerten "Sublime", der ja als Vorbild "Jacob's Ladder" hat und doch ganz anders ist.

Im weiteren Filmverlauf erweitert Regisseur William Eubank das Szenario, aber auch die anderen Locations wirken teils real und teils fiktiv, was erst mit dem Schluss beantwortet wird, was die absolute Wahrheit darstellt. Wenn auch nur auf komplett ungenügende Art und Weise.

Aber allein schon aus diesem Grund, weil der Film so verzwirbelt aufgebaut ist und mindestens zu einer zweiten Sichtung geradezu auffordert, verdient er eine angemessene Wertung. Es ist nur die Frage: Werden bei der zweiten Sichtung Puzzle-Teile sichtbar, die man bei der ersten Ansicht ganz anders wahrgenommen hat? Wird dieser Film mich so fesseln, dass ich ihn mir wie "Kill List" ganze sieben Mal anschauen muss, und dennoch immer wieder neue "Verschwörungstheorien" zusammenreimen kann? Oder steckt hinter "The Signal" doch weitaus weniger, als es den Anschein hat?
Nun, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Zumindest lässt er den Zuschauer nach dem Abspann etwas nachdenken und ihm viel Spiel für Interpretationen. Und je mehr ich den Film auf mich wirken lasse, desto mehr steigt die Bewertung.


7,5/10

Details
Ähnliche Filme