Deute die Signale!
Ich hatte "The Signal" immer als Zeitreisegeheimtipp im Hinterkopf - dabei hat er überhaupt nichts mit diesem Subgenre des Science-Fiction zu tun. Als Geheimtipp kann man ihn jedoch durchaus bezeichnen. Wie eine Twilight Zone-Episode in modern, oder wie man heute gerne sagt: Black Mirror-artig, beeindruckt vor allem die Grundidee, die ohne Pause Fragen, Neugier und Spannung erzeugt. Aus einem niedrigen Budget entspringt hier ein wirklich hübscher Film, den sich jeder Fan von anspruchsvoller Sci-Fi auf der Zunge zergehen lassen darf. Perfekt ist er sicher nicht, Leute die gerne alles auserzählt kriegen, sind hier falsch, doch aus seinen Möglichkeiten holt er alles raus und ein paar Bilder könnten Alptraum wie Traum sein, sind jedoch in jedem Fall ultrahübsch. Audiovisuell trieft er vor Können und dem richtigen Blick. Es geht um drei Freunde, die sich von einem konkurrierenden Hacker bedroht fühlen und diesen zu seinem Standort folgen. Doch sie hätten niemals gedacht, in was für einen Alptraum sie dies katapultiert...
Und das ist nur die erste halbe Stunde. "The Signal" kann man schnell spoilern und er sollte am besten mit wenig Vorabinfos verzehrt werden. Umso weniger man weiß, desto mehr wird man miträtseln und überrascht sein. Selbst wenn die finale Wendung für geübte Fans dieser Gattung von Film doch schneller klar ist, als man es gerne hätte. Spaß macht die Reise trotzdem. Die Darsteller sind mehr als solide, die Effekte spielen weit über ihrem Budget und Laurence Fishbourne war lange nicht mehr so perfekt besetzt. Große Action bleibt aus, man vermisst diese jedoch kaum. Die Spannung und ausweglose Atmosphäre reichen. An Horrorgefilden kratzt er zwar nur, da hätte durchaus mehr kommen können, doch man merkt die Leidenschaft und Liebe für das Genre in jeder Pore. Ein Fanfilm - definitiv von einem von uns!
Fazit: kleines Budget, coole Idee, noch schickerer Look - dieses Signal gilt es dringend zu empfangen. Vor allem als Twilight Zone-Fan!