Weil Freundin Haley (Olivia Cooke) studienbedingt umziehen muß, fahren sie ihr gehbehinderter Freund Nic (Brenton Thwaites) und dessen bester Kumpel Jonah (Beau Knapp) ins neue Domizil. Letztere sind begeisterte Freizeit-Hacker und daher gleichermaßen erstaunt und neugierig, daß sie unterwegs Nachrichten von einem offensichtlichen Profi-Hacker bekommen, der sich zuvor schon in ihren Uni-Server zuhause eingehackt hatte. Da sie dessen Standort, der zufälligerweise nicht weit von ihrer Route liegt, herausfinden können, beschließen sie kurzerhand den Unbekannten, der ihnen das titelgebende Signal geschickt hat, zu besuchen. Irgendwann nachts im Nirgendwo der Wüste Nevadas erreichen sie dann ein verfallenes kleines Haus, wo sich die beiden Studenten umsehen. Doch dort ist nichts zu entdecken, erst die Schreie der im Auto zurückgebliebenen Haley alarmieren sie, doch als sie nach draußen rennen ist der Wagen leer und in der völligen Finsternis auch nichts zu erkennen - da werden sie plötzlich ohnmächtig... Nic erwacht in einer Art Klinik, hat natürlich tausend Fragen, wird aber von dem einen Raumanzug tragenden Wissenschaftler Damon (Laurence Fishburne) nicht über die Geschehnisse aufgeklärt. Stattdessen muß er zunächst einfache Logiktests durchführen, denn die drei seien mit einer extraterrestrischen Lebensform in Berührung gekommen und daher eventuell kontaminiert, wie ihm erklärt wird...
Mit einem spannenden Einstieg läßt Regisseur William Eubank den Zuschauer die ganze Zeit aus der Perspektive von Nic miträtseln, um was es in dem unterirdischen, gefängnisartigen Spital eigentlich geht: Sind die drei Studenten (auch die komatöse Haley befindet sich dort, später taucht Jonah ebenfalls wieder auf) tatsächlich kontaminierte Rekonvaleszenten oder nur Teil eines ihnen verschwiegenen Experiments, wie vor allem der geistig hellwache Nic vermutet?
Geschickt legt das Drehbuch dabei eine (vermeintlich hilfreiche, tatsächlich aber) falsche Spur nach der anderen: Wieso erfolgen die Befragungen mit veralteten technischen Hilfsmitteln wie Cassettenrekordern oder Papier und Stift, wo sind Computer, Bildschirme oder Überwachungskameras, wieso tragen Damon und seine Helfer sämtlichst Raumanzüge und agieren erstaunlich phlegmatisch, und warum können die jungen Patienten nicht miteinander sprechen oder ihre Angehörigen verständigen...?
Fragen über Fragen, denen der ebenso energische wie rebellische Nic sobald wie möglich auf den Grund gehen will - sein unbedingter und ungezügelter Freiheitswille tragen den ganzen Film, selbst sein körperliches Handicap (er kann seit einem Sportunfall nur mehr mit Krücken laufen) hält ihn nicht davon ab, aus dem unterirdischen Gefängnis fliehen zu wollen. Als er eines Morgens mit künstlichen, metallischen Beinen erwacht, ist der Schock darüber nur von kurzer Dauer - schnell lernt er, die neuen Gehwerkzeuge effizient einzusetzen. Mittels zu Staub zerriebenen Keks-Bröseln bekommt er unbemerkt die vierstelligen Pins der Tür-Sicherheitscodes heraus und macht sich, die immer noch bewußtlose Haley an verknoteten Kanülenschläuchen hinter sich herziehend, auf den Weg durch die wenig bevölkerten Gänge...
Nics verzweifelte Flucht, die natürlich nicht unentdeckt bleibt und sich später an der Oberfläche mit neuen Protagonisten fortsetzt, während ihm die Raumanzug-tragenden Verfolger unter Damons Führung immer knapp auf den Fersen sind, halten den Spannungsbogen konstant hoch bis zum Schluß - auf den letzten Filmmetern gibt es dann eine Art Erklärung für das zuvor Gesehene, die freilich nicht alles beantwortet, aber dennoch über das Filmende hinaus wirkt.
The Signal bietet neben seinem zum Mitfiebern einladenden Hauptdarsteller unter Verzicht auf jegliche Alien- und Monster-Thematik eine einigermaßen nachvollziehbare SciFi-Story und weiß somit kurzweilig zu unterhalten - 8 Punkte.