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In einer Hinsicht könnte die Story von Patricia Highsmith stammen, denn der Protagonist von "Suite 16", der Kleinkriminelle Chris, erinnert in seiner egoistischen Skrupellosigkeit sehr stark an die Figur von Highsmiths Tom Ripley. Erotik-Thriller passt als Etikette für "Suite 16" zwar ganz gut, wobei sich jedoch sowohl Thrill als auch Erotik in Grenzen halten. Zwar geizt Dominique Deruddere nicht mit nackter Haut, jedoch ist die Darstellung in "Suite 16" ein Paradebeispiel dafür, dass Quantität und Qualität zwei verschiedene Paar Schuhe sind. Zwar ist die voyeuristische Perspektive durch die Handlung gerechtfertigt, allerdings knistert es trotz einer gewissen Freizügigkeit (FSK16 geht in Ordnung) längst nicht so wie es könnte. Inflationär gezeigte nackte Haut ist kein Ersatz für eine überzeugende Inszenierung der Emotionen, die mit der Darstellung eigentlich einhergehen sollte. Schmutzig und speckig soll's rüberkommen und letztlich wirkt es doch nur aufgesetzt künstlich.

Auch als Thriller dümpelt "Suite 16" streckenweise enorm vor sich hin, denn die Wendungen der Story wirken erzwungen und unnatürlich, keiner der Beteiligten verhält sich konsequent glaubwürdig und sympathisch ist zudem nicht eine einzige der Rollen. So hält man den Zuschauer zwar bei der Stange, weil dieser kaum abschätzen kann, wie sich ein jeder jeweils in der jeweils nächsten Krisensituation verhalten wird und die Handlungsentwicklung ist ergo nicht vorhersagbar (zumindest nicht logisch begründbar). Gleichzeitig geht jedoch damit auch ein Mangel an Nachvollziehbarkeit einher und es entsteht sehr früh eine gewisse Distanz zu den Figuren, die scheins ein gutes Stück weit alleine im Dienste des Plots undurchschaubar wirken und unberechenbar agieren müssen. Da geht jegliche Bodenhaftung verloren und lange vor dem Finale ist einem bereits jeder der Mitwirkenden vollkommen gleichgültig.

So bleibt "Suite 16" als ein eher durchschnittlicher Vertreter seiner Art wohl kaum lange in Erinnerung. Ein Film, in den man vielleicht  zufällig einmal reinzappt, der aber letztlich die Versprechungen nicht einlöst mit denen er den Zuschauer über mehrere Werbeunterbrechungen hinweg versucht bei der Stange zu halten.

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