Fünf Jahre nach dem Massaker im Camp Arawak erzählt man sich im benachbarten Feriencamp Rolling Hills noch immer die Horrorgeschichte von Angela, die sich mittlerweile unerkannt zur Betreuerin hochgearbeitet hat. Ihre konservativen Vorstellungen von vorbildlichen Campern stoßen bei den pubertären Gästen nicht gerade auf Wohlwollen, ebensowenig ihr unsäglich schlecht dargebotener „Happy Camper Song“, den sie mit Wandergitarre anstimmt. Auch die Kleinen aus Teil eins sind nun Teenagern gewichen und das Camp wird mit allen Schlechtigkeiten verseucht, Alkohol, Marihuana und immer wieder vorehelicher Sex, das kann Angela natürlich genau so wenig zulassen, wie ein loses Mundwerk. Die Strafen folgen auf schnellem Fuße, in jeder Hinsicht ist diese Fortsetzung etwas schneller, höher, weiter oder besser gesagt kreativer, witziger und kurzweiliger. Da ist es nur fair, die ungezogenen Camper, ganz im Sinne des Slasherfans, zu barbecuen, zu durchbohren oder in der Latrine zu ertränken, mit Säure zu verätzen oder mit einer Saite jener Gitarre zu erdrosseln. Und obwohl sich der Bodycount sehen lassen kann: Blutig ist es auch wieder nicht sonderlich, Messer, Bohrer, Kettensäge hört sich spektakulärer an, als es aussieht, man sieht nämlich von den Morden nicht viel. Und wenn, dann starrt man in mäßige Spezialeffekte, erst im Finale lockt ein Gorepanorama mit einem Haufen Leichen, dafür entschädigt so manch zynischer Spruch von Angela, die mittlerweile durchtherapiert und umoperiert ist, schlicht total geheilt im Psychopathensinne. Hinzugekommen sind einige, immer wieder gern gesehene, nächtliche Waldszenen, was der Teenieslasheratmosphäre gut tut und freie Verweise auf die großen Vorbilder Jason Vorhees, Freddy Krüger und sogar Leatherface zulässt. Der Unterhaltungswert ist gegenüber dem Original sogar etwas gestiegen, ohne nun gleich einen kultigen Jasonverschnitt zu produzieren. Die neue Angela wird übrigens von Pamela Springsteen gespielt, ebenso artig wie ihr bekannterer Bruder auf der Musikbühne. Und dazu gesellt sich auch noch Renée Estevez, Schwester von Charlie Sheen und Emilio Estevez. Natürlich genauso brav und der Rest ist böse, Übersichtlichkeit wird groß geschrieben.
Fazit: Teil eins bietet rüdere Morde im Off, Teil zwei kreativere mit mehr Selbstironie, ebenfalls im Off, Kurzweiliger Camperslasher von der freiwillig komischen Stange. 5/10 Punkten