Sagen wir doch als Anfang mal was Nettes: Bloß gut, daß dieser Film so kurz ist!
Selten war es so angenehm, eine Nettospielzeit von nur knapp über 70 Minuten vor sich zu haben, denn mehr könnte man von "Sleepaway Camp 2" auch nicht ertragen. Wieder mal fehlt jegliche Spur von einer Story, die mehr als eine Idee umfaßt und wird dann in unendliche Breiten zertreten.
Doch am Anfang war bekanntlich die Leere (und zwar die im Kopf der Produzenten) und damit zunächst Angela, die am Schluß von Teil 1 mal für einen Überraschungsgag gesorgt hatte und hier back in Action ist. Dabei nimmt der Film den Grundtenor von "Serial Mom" mal eben vorweg. Dort hatte ebenfalls eine besorgte Frau sämtliche Mitmenschen dahingerafft, die sich nach dem Knigge nicht benehmen konnten. Und Angela will halt nur fröhliche und nette Camper sehen. Ergo eine getreuliche Übertreibung der goldenen Slasherregel, nach der alle dran glauben müssen, die saufen, kiffen und/oder vögeln, ohne ausdrücklich dazu aufgefordert zu sein oder geheiratet zu haben. Wer campen nicht mag, darf auch gleich dran glauben.
Wie Banane das im zweiten Aufwisch durchdacht ist, zeigt die Anfangssequenz am Lagerfeuer Marke "Urbane Legenden", die uns bereits alles verrät, was wir für den Film wissen müssen, incl. Mörderin, Vorgeschichte und Motivation. Und so füllen sich die restlichen 68 Minuten mit regelmäßigen und recht blutigen Morden, die natürlich nicht an die unterste Gore-Schublade gehen, aber gemäßigt krass rüberkommen.
Unterstrichen wird das alles von gewollt sardonischen Kommentaren unserer Angela, der auch noch das Schwesterherz von Bruce Springsteen Gesicht verleiht. Tatsächlich hat auch sie Gesangsstimme, doch die Intonation des "Happy Campers"-Songs würde Brucie (der ja eh zum rennen geboren ist), "The River" runterschwimmen lassen, aber bis nach "Nebraska"...
Ansonsten ist das alles garniert mit einem Sackvoll Teeniebratzen, die weder Talent noch wirklich gutes Aussehen haben, aber durch den Besitz extrem schlechter Frisuren hervorstechen. Tatsächlich hat man selten eine derart geschmacklose Anhäufung von blondierten Dauerkrausen und wettigen Vokuhila-Frisuren gesehen, wobei der dröselige Jungenbetreuer den Vogel abschießt.
Unfreiwilliger Humor kommt hier nur selten zum Schuß, wenn sich das Camp etwas im Lauf des Films beträchtlich leert, dafür regiert blanker Zynismus, wenn Angela im Beisein der treudoofen Opfer nach Mordwerkzeugen sucht. Recht niedlich eine eingestreute Jason/Freddy-Parodie mit blutigem Ausgang für die Parodisten.
Der Härtegrad ist wie gesagt recht hoch, wenn auch Details meist ausgespart werden. Auf der Schlußgeraden machen die Effektkünstler jedoch ein Faß auf, wobei das Ersäufen in einer blutegelübersäten Latrine mein Favorit ist. Ach ja, und prima noch: alle müssen dran glauben. So richtig alle. Eigentlich doll - wenns nicht so stinkfade wäre. Aber das liegt an den Dialogen, die nun wirklich unbeschreiblich sind. Nur im Kreise der Freunde genießen, möglichst drei Bier. (2/10)