Das Grauen setzt sich fort, leider auch in cineastischer Hinsicht.
Nachdem man bei „Camp des Grauens“ kaum glauben mag, was einem für ein uninspiriertes Slashertreiben in mieser Bildqualität präsentiert wird, ist das Bild hier besser, aber die Idee noch ausgelutschter.
Weil man aber mehr erkennen kann und sich nicht so viele Laufzeitstrecker finden, ist Teil 2 tatsächlich um Einiges unterhaltsamer ausgefallen.
Wieder haben wir es mit Killer(in) Angela zu tun, die mittlerweile vom Campurlauber zur Campleiterin aufgestiegen ist, - jetzt sogar als richtige Frau, wie die Jungs am Lagerfeuer erzählen, erst Klapse, dann Operation, nur über ihren Verbleib wissen die nichts.
Der Zuschauer schon, denn in just diesem Camp fungiert Angela als Aufseherin und bringt jeden um die Ecke, der ihr moralisch verwerflich erscheint.
Hier erfährt man noch rascher, wer für das Morden verantwortlich ist, denn kurz nach der einleitenden Lagerfeuersequenz wird bereits einer Tussi die Zunge abgeschnibbelt, weil sie sich unter Jungs aufhielt.
Man macht von Beginn an keinen Hehl daraus, dass ausschließlich Angela mordet und bringt tatsächlich einige selbstironische Momente ins Spiel, etwa, als sie vor einem Mord ein paar in Frage kommende Werkzeuge durchtestet oder sich als Leatherface mit Motorsäge verkleidet, weil ihr zwei Jungs, maskiert als Jason Vorhees und Freddy Krüger, einen Streich spielen wollen. Doch bei diesen positiven Ausnahmen bleibt es leider.
Der Rest umfasst wieder witzloses Camptreiben diverser Klischeefiguren, von der Zicke, die ständig blank zieht, über die Brave, die sich in den Smarten verliebt und als Heldin auserkoren wird, bishin zum männlichen Campleiter, der durch die karikaturistischste Vokuhila-Matte seit langem auffällt.
Dazu Lückenfüller wie ein Kartenspiel, Austauschen von elterlichen Daten, sowie ein Anstimmen des „Happy Camper Songs“ durch Angela, was in der übertriebenen Art durch Mitwirkung der Feriengäste schon wieder amüsiert.
Dennoch ist alles außerhalb der Morde kaum beachtenswert.
Die Kills als solche sind es aber auch nicht. Von wegen, „härter als Teil 1“, was ist daran denn hart, wenn nahezu alles offscreen stattfindet?
Ist hier nahezu identisch, allerdings etwas einfallsreicher, da mit Batteriesäure ins Gesicht, Kehlenritzer und Eindöppen in einen Aborterker mit Ekel und Egel immerhin ein Ansatz von Boshaftigkeit anerkannt werden muss. Ebenso, dass im letzten Drittel vermehrt entstellte Leichen in den Kulissen auftauchen. Dennoch finden auch hier die meisten Kills offscreen statt, wirklich explizit ist da gar nichts auszumachen.
Dennoch ist gegenüber Teils 1 eine deutliche Temposteigerung festzustellen. Man damelt nicht mehr so sehr mit anödenden Belanglosigkeiten herum, sondern konzentriert sich mehr auf Angela und ihr zynisches Vorgehen, wodurch die knappe Laufzeit von 76 Minuten recht kurzweilig erscheint. Obwohl, länger hätte das Ganze auch nicht ausfallen dürfen, der Blick auf die Uhr kommt während Dehnungsszenen leider viel zu häufig vor.
Aber man hat sich auch in einigen Punkten gegenüber Teil 1 verbessert.
Die Synchro ist nicht mehr so scheiße und man bringt außer Patzer wie „Phoebe“ als Fipsi zu übersetzen, eigentlich kaum nennenswerte Schnitzer, auch wenn die Darsteller nicht wesentlich besser agieren als im Vorgänger.
Denn bis auf Pam Springsteen, Schwester von Bruce („Streets of Philadelphia“), die der Angela etwas Markantes, wenn auch darstellerisch nichts Glanzvolles beschert, sind alle anderen nur verwechselbares Kanonenfutter ohne Wiedererkennungswert.
Ohne den ist dieser Streifen als solcher übrigens auch, aber im Vergleich zum ersten Teil eben um einige Aspekte lebendiger gestaltet worden.
Es geht flotter von der Hand, man stirbt etwas ausgewogener und man streckt die Laufzeit nicht mit unbrauchbaren Teenie-Einerlei, na ja, manchmal schon.
Aber man hat zumindest nicht dieses „Was soll das denn?“ – Gefühl, und zeitweise könnte man schon fast von einer halbwegs gelungenen Parodie sprechen.
Auf Teil 3 ist man jetzt immerhin mehr gespannt, als nach Sichtung des ersten Teils.
4,5 von 10