Im Feriencamp Rolling Hills haben sich einige Jugendliche eingefunden, die mit nächtlichen Schauergeschichten am Lagerfeuer, Ballspielen usw. ihren Urlaub im Wald verbringen - dummerweise ist eine der Aufsichtspersonen die schon aus Teil 1 bekannte Angela (Pamela Springsteen), die einer seltsamen Obsession frönt, nämlich freche Teenager zu meucheln. Wer auch nur einen dummen Spruch rausläßt, ist schon bald dran, erst recht, wer nach dem anderen Geschlecht schielt. Da dies so ziemlich alle Anwesenden - bis auf eine etwas verklemmte Blondine - betrifft, muß eine(r) nach dem anderen dran glauben. Das Verschwinden der Jugendlichen tarnt Angela immer damit, sie habe die Camp-Teilnehmer nach Hause geschickt, was (seltsamerweise) nicht auffällt, bis sie eines Tages von ihrem Boss dafür selbst nach Hause geschickt wird. Da aber immer noch jede Menge Opfer vorhanden sind, macht Angela erstmal weiter...
Das Camp des Grauens 2 ist eher ein Camp des planlos-lustig Dahinmetzelns, denn schon nach wenigen Minuten wird ein Mädchen, das zu lange am Lagerfeuer gesessen ist, von Angela niedergeschlagen und ihrer Zunge beraubt. Leider ist damit auch schon jede Spannung gleich zu Anfang zunichte gemacht, da man von vornherein weiss, wer hier mordet. Die Beweggründe hierfür bleiben diffus, haben bestenfalls einen pseudo-religiösen Hintergrund und beziehen sich eher auf irgendwelche Launen von Angela, die nach Gutdünken tötet. Die Morde selbst geschehen übrigens meistens im Gegenschnitt oder gleich ganz im Off wie bei den (verbotenerweise!) im Wald musikhörenden Schwestern, von denen eine dann schon verbrannt ist, während die andere gerade mit Benzin übergossen wird. Überhaupt merkt man der Produktion das geringe Budget an allen Ecken und Kanten an, denn auch die wenigen Details die gezeigt werden, lassen weder Beklemmung noch Abscheu aufkommen. Am originellsten ist noch die Versenkung der "Oberschlampe" in einem abseits stehenden Klohäuschen, wobei diese mit dem Kopf voran ins dunkle Loch tauchen darf, um dann im geräumigen Tank darunter(!) zu wenden(!) und wieder aufzutauchen - nicht etwa mit dem zu erwartenden Inhalt im Gesicht, nein sondern mit haufenweise Blutegeln... und in dieser Tonart geht es weiter, keiner der Teenies wird anscheinend vermisst und die zwangsläufig haufenweise Blutspuren scheinen auch niemandem aufzufallen. Da grenzt es schon an ein Wunder, daß Angela eines Tages vom altväterlichen Uncle John entlassen wird, weil sie ihm das Heimschicken der Kinder nicht gemeldet hat.
Außer den Morden und den sie auslösenden Bemerkungen und Begebenheiten gibt es nahezu nichts zu sehen, ein wenig Achtziger-Mucke, hormongesteuerte Jungs und ein paar Brüste, (damals) flotte Sprüche und zeitgenössische, aus heutiger Sicht teils fürchterliche Haarschnitte, das muß als spärliche Umrandung des Billg-Slashers reichen - für Polizei, besorgte Eltern oder dergleichen war wohl kein Budget übrig.
Da dem Plot ansonsten kein sinnvoller Rahmen zugrunde liegt (auch die Dialoge lassen keinerlei tieferen Sinn hinter dem Gemetzel erkennen), besteht die sehr geringe Spannung des Films eigentlich eher darin, ob die Leichen dann doch noch irgendwann mal wieder auftauchen. Angela, eine eher unscheinbare dunkelhaarige Endzwanzigerin, nimmt einmal kurz Bezug auf ihre Taten in Teil 1, indem sie von Therapie und Operation berichtet, aber mehr gibt der Film in Punkto Mord-Motivation auch nicht her, eher ist sie wohl neidisch auf die jungen Leute da sie in deren Alter keinen "Spaß" gehabt hat. Die Leichen indes tauchen ganz am Schluß dann alle sorgsam aufgereiht doch noch mal auf, und wenn man schonmal dabei ist, werden auch gleich der Lagerleiter und die Kollegen erledigt - nein, Ernst nehmen kann man Camp des Grauens 2 nicht wirklich. Hier wird aus purem Spaß gemordet - die streckenweise trashig ausgefallenen kills machen gerade deswegen einen gewissen Reiz aus. Wer mit den - teils miserabel zitierten - Vorbildern wie Freitag der 13. seine Freude hatte, wird mit diesem Low-Level-Slasher wenigstens schmunzelnderweise einigermaßen unterhalten. 5 Punkte.